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Full text : Vom Getreide zum Brot

Dunste den Walzenstuhl verwendet, findet man für die hinteren Ausmahlungen
 heute sehr oft die Sodermühle in das Mahlverfahren eingesetzt. Die
Arbeitsweise der Sodermühle beruht, wie in Abbildung 116 ersichtlich,
auf einem nach Erfahrung einstellbarem Vorpressen oder Vorquetschen
des Mahlgutes zwischen zwei kleinen Hartgußwalzen von 180 mm Durchmesser
 und 200 mm Länge. Sie werden auch Kalibrierwalzen genannt und
haben keine Voreilung. In diesem Arbeitsvorgang, in welchem ein starker
Druck ohne Reibung auf das Mahlgut ausgeübt wird, erfolgt eine sehr
weitgehende Auflockerung im inneren Zusammenhang desselben, wobei
gleichzeitig die Härte des zu mahlenden Gutes überwunden und die nun
nachfolgende eigentliche Mahlarbeit ganz wesentlich erleichtert wird.
Die Vermahlung vollzieht sich in automatischer Folge in dem unmittelbar
 unter den beiden Preßwalzen liegenden Mahlstuhl zwischen einer
600 mm im Durchmesser und 250 mm breiten achsial sich drehenden
Steinwalze und einem ebenso breiten feststehenden Mahlklotz. Letzterer ist
um eine Achse scharnierartig ausschwenkbar und mittels einer hebelarmartigen
 Einstellung, welche durch ein Laufgewicht die Steinschale mehr
oder weniger stark gegen die Steinwalze hin drückt, auf stärkere oder
schwächere Mahlarbeit einstellbar. Die Vermahlung zwischen Steinschale

Abb. 117. Sechsteilige Sodermühle.

und Steinwalze ist praktisch ein Zerreiben der aufgelockerten, vorgequetschten
Mahlgutteilchen ohne nennenswerten Druck, wodurch eine Wärmebildung
während der Mahlgangsarbeit nach diesem Sodersystem praktisch unterbleibt
und, wie schon erwähnt, eine weitgehende Erhaltung der Backgüte in den
anfallenden Mehlen erreicht werden kann. Während der Mahlarbeit bewegt
sich die radial sich drehende Steinwalze ununterbrochen auch noch achsial
hin und her, was sehr viel zur Erleichterung und Verbesserung der Mahlarbeit
 beizutragen vermag. 307
            
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