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Full text: Vom Getreide zum Brot

mahlgutes handelt, nach den üblichen Vorsieben erst ein paar Siebe mit 
feiner Seidengaze (10—12) und dann anschließend mit gröberer Seiden­ 
gaze (Nr. 6—8) bespannt. 
Man gewinnt hiemit ein doppelgriffiges Mehl, dem alle feinen Mehl­ 
teilchen vornweg entzogen sind. Durch ein oder mehrere weitere Dunstsiebe 
(5—6) läßt sich ein noch griffigeres Mehl und als Abstoß ein feiner Grieß 
absichten, welch letzterer der weiteren Verarbeitung den Glattwalzen oder 
Auflösemaschinen zugeführt wird. Das geht aber nur bei reinen Grießen und 
deren Dunsten. Im allgemeinen aber gilt für alle anderen Vermahlungen der 
erwähnte Grundsatz beim Siebeinlegen im Plansichter: ,,Erst die groben und 
dann die feinen Siebe“. Das gilt im besonderen auch für die Roggenmüllerei. 
Der Sinn dieser Einlegeregel ist der, daß das von den Vermahlungsma­ 
schinen kommende Sichtgut, das ja am Beginn der Sichtung noch alle Mehl­ 
teilchen in sich hat, zuerst über die gröberen Siebe genommen wird, die be­ 
kanntlich besser fallen lassen und erst, wenn immer weniger Mehlteilchen vor­ 
handen sind, feinere Siebe gewählt werden. Man entlastet so die feineren 
Siebe und vermeidet gleichzeitig, daß ungewollte Schalenteilchen mit durch­ 
fallen können, namentlich dann, wenn die folgenden Siebe allmählich zu 
wenig belastet sind und nur mehr wenig Mehl führen. 
Schrotsichterbespannungen für Weizenvermahlung 
Schrote 
5 Schrotungen O Schrotungen härtere Sorten 
Vorsieb| Mehlsieb Vorsieb Mehlsieb Vorsieb 
| Mehlsieb 
I. 
20 9—11 20 9—11 18 10—12 
II. 22 8—10 20 8—10 18 9—10 
III. 24 8—10 24 8—10 20 8—11 
IV. 
26 
9—10 
24 9—11 24 9—11 
V. 28 10—12 
28 10—II 
28 9—12 
VI. 
— 
32 10—12 34 10—12 
Anmerkung: Hinter den Vorsieben ordnet man Grießsiebe an, durch 
welche die groben Grieße gewonnen werden. Deren Bespannung wählt man 
in der Regel 15 bis 20 Nummern feiner wie die Vorsiebe. Die Dunstsiebe, 
welche den feinen Grieß ausscheiden, werden wieder 15 bis 20 Nummern 
feiner wie die Grobgrießsiebe genommen. 
Bespannungstabelle (nach Dr. Ing. Haltmaier) 
Wie wir aus einer früheren Abhandlung über die Griffigkeit und Sicht­ 
kontrolle bereits eingehend gehört haben, hängt die Stärke des Anfalles an 
feinen und gröberen Produkten von der Walzenführung (tiefere Führung 
mehr feine, höhere Führung mehr gröbere Produkte), von der Beschaffenheit 
der Mahlwerkzeuge und schließlich aber auch von der Härte des Mahlgutes 
ab. Dagegen aber hat die Bespannung der Sichtmaschinen weitgehenden Ein­ 
fluß auf 1. die Griffigkeit des Mehles, 2. die Höhe der Mehlausbeute, 3. die 
Stippenreinheit und Farbe, 4. die Höhe der Mehlasche und 5. auch noch 
auf den prozentuellen Anfall der einzelnen Zwischenprodukte unter sich. 318
	        
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