Nachsichlung des fertigen Mehles
Ehe das Mehl abgesackt wird, soll es womöglich noch einer Kontrollsichtung
unterzogen werden. Eventuell in ihm enthaltene Verunreinigungen
durch Mottengespinste oder größere Stippen sind auf diese Art noch wegzubringen,
ehe sie Anlaß zu Klagen über das Mehl und einen damit verbundenen
Arger auslösen können.
In automatischen Mühlen läuft das Mehl gewöhnlich, bevor es in die
Misch- oder Mehlkasten kommt, über ein für jede Mehlgattung eigenes
Sichterabteil, in welchem bei einem eventuellen Siebdurchbruch, was ja bisweilen
immer wieder vorkommen kann, die Stippen überlaufen und den
wachthabenden Müller sofort oder zumindest sehr rasch alarmieren, ehe ein
größerer Schaden durch Verstippung des Mehles in den Mischbehältern entstanden
ist. Aber auch für eine gute Auflockerung unmittelbar vor dem Absacken
dient eine Nachsichtung des fertigen Mehles.
Während die größeren Mühlen für die Kontrollsichtung meist einen Plansichter
verwenden, finden wir in kleineren Mühlen einen Sechskantzylinder
oder auch eine Flachsiebmaschine (Abreder). Besonders letztere eignet
sich gut für die Nachsichtung und wird zum Zwecke der guten Auflockerung
des Mehles auch noch vorteilhaft unmittelbar vor dem Absacken zur Anwendung
gebracht.
Als Bespannung wählt man bei allen Mehlen, welche von 12 xxx Seide
bis 8 xxx durchfallen, eine etwa doppelt große Maschenweite, also vorteilhaft
5 xxx oder verzinntes Stahldrahtgewebe ,,extra stark“ Nr. 55—60.
Bespannungsbeispiele für Kontrollsichtung
a) Sechskantzylinder b) Plansichter c) Flachsiebe (Abräder)
Seide 5 xxx,
Übergang fällt
in Auffangsack
DG. Nr. 60 DG. Nr. 5 extra stark
,, ,, 60 oder
,, ,, 60 Seide 5 xxx
Sd. ,, 5 xxx
,, ,, 5 xxx
DG. Nr. 60
„„60
„„60
Sd. ,, 5 xxx
5 xxx
Die Siebe der Nachsichtung dürfen nicht zu fein gewählt werden. Das
fertige Mehl in seiner Masse fällt schwerer durch die Maschen des Gewebes
und bei zu feiner Sichtung würde ein großer Teil als Übergang abgehen
und das muß auf alle Fälle vermieden werden. 324