Siebflächenberechnung für die Nachsichtung
Bei normaler Vermahlungsfeuchtigkeit von 16—16.5 Prozent am ersten
Schrot und einer Mehlfeuchtigkeit von etwa 14.5 Prozent leistet 1 m2 Sieb
fläche im Durchschnitt 35 kg Mehl stündlich oder es benötigen je 100 kg
fertiges Mehl zur Sichtung in einer Stunde 2.85 m2 Siebfläche.
Das Ausbalanzieren eines Plansichters
Ein gut ausbalanzierter Plansichter, bei welchem die Pendel- oder Sichter
welle genau lotrecht läuft, ist der Stolz eines jeden tüchtigen Obermüllers.
Es ist aber gar nicht so leicht, bei jedem Plansichter eine vollkommene Ba
lance, bei welchem die Fliehkräfte des Siebstapels genau mit den Flieh
kräften der Schwunggewichtsmasse übereinstimmen und in einer gemeinsamen
Schwerpunktsebene zusammenfallen, zu erreichen. Vorausgesetzt, daß der
Sichter gut montiert ist, also vor allem, daß das die Siebstapel verbindende
Joch nach allen vier Ecken genau horizontal gelagert ist und richtig auf
gehängt, die Schwunggewichte richtig angebracht, genügend Öl oder Fett in
den Lagern ist und der Sichter mit der richtigen und unveränderlichen
Tourenzahl läuft, dann läßt sich dieses Ziel eines ausschlagfreien, senk
rechten Laufes der Pendelwelle durch entsprechende Korrektur am Schwung
gewicht ohne weiteres erreichen.
Man setzt den Plansichter auf richtige Tourenzahl, bestreicht etwa hand
breit die Pendelwelle unmittelbar über der Abdeckung mit einem weichen
Pinsel, welcher in eine Aufschwemmung von Kreidemehl und Brennspiritus
getaucht ist, läßt den Anstrich gut trocknen und -nun setzt man von einem
festen Punkt aus mit einer 25 mm Latte, welche vorne etwas zugespitzt und
eine scharfe Nagelspitze trägt, mit dieser Spitze gegen die drehende Plan
sichterwelle vorsichtig immer näher und näher, bis sich der Ausschlag der
Welle auf die Stabspitze überträgt. Bei jeder Umdrehung markiert die
Nagelspitze auf diese Weise haarscharf jeden Ausschlag der Welle.
Läuft der Sichter ganz genau in der Balance, dann zeigt sich an der ganzen
Welle rundum ein gleichmäßiger Ring. Schlägt aber der Sichter, dann zeigt
sich auf der Welle je nach Ausschlag ein mehr oder weniger langer Strich,
der durch Heben oder Senken des Stabes in einer Anzahl von gleichen
Markierungen wiederholt werden kann. Dort, wo sich eine solche Abzeich
nung zeigt, ist der Sichter zu leicht oder entgegengesetzt zu schwer. Dieser
Ausgleich kann aber nur durch entsprechende Zugabe oder Entnahme von
Blei aus der Schwungmasse an der rechten Stelle geschaffen werden. Hier
ist nun so lange zu probieren, bis die Welle genau rund läuft. Das endgültige
Ausbalanzieren kann aber nur bei vollbelastetem Sichter und so, wie er wirk
lich arbeitet, vorgenommen werden.
Hilft aber alles Wechseln der Bleigewichte nicht, dann handelt es sich
um einen Montagefehler und ist auch die Sichterwelle einer Kontrolle zu
unterziehen, ob diese nicht etwa verbogen worden ist. Sollte dies zutreffen,
dann muß diese auf der Drehbank zentriert werden. 325