A bb. 19. Eine der letzten Schiffsmühlen auf der Donau. Das Wasserrad wurde von
der Strömung der Donau betrieben, die Wasserradwelle lagerte zwischen zwei Booten,
die am Ufer befestigt wurden. Der steigende Lastschiffverkehr auf den Wasserwegen hat
das einst blühende Gewerbe der Schiffsmüller zum Erliegen gebracht.
Spätherbst. Dann wurden sie abgebaut und ans Ufer gebracht; der Schiffsmüller
konnte es sich jetzt ja leisten, den Winter über zu ruhen und zu feiern.
Die Chronisten jener Tage wissen von vielen frohen und glanzvollen Müllerbällen
am Mühlschüttel zu berichten, auf denen sich die Schiffsmüller für
ihre harte, sehr oft aber auch gefährliche Arbeit, während ihrer Ruhezeit,
zu entschädigen suchten.
Abgesehen von einigen wenigen konstruktiven Verbesserungen am Mahlgang,
änderte sich an der Vermahlungsweise durch die folgenden Jahrhunderte
des Mittelalters sehr wenig. Auch die Brotbereitung blieb im
großen und ganzen so wie sie von den Römern zuletzt gepflegt wurde. In
den späteren Jahrhunderten des Mittelalters finden wir in den ländlichen
Gegenden des deutschen Sprachgebietes den Backofen, einsam und allem
Getriebe entrückt, vielfach draußen im Walde stehen, vielleicht deshalb,
um das Brennmaterial gleich bequem zur Hand zu haben. Die gewaltige
Lehmkuppel des mittellalterlichen Ofens war gewöhnlich mit Erde und Gras
überdeckt, um besser gegen Wetter und Wind geschützt zu sein, und hatte
von ferne das Aussehen eines aufgeworfenen Erdhügels. An der Vorderseite
dieses gewaltigen Waldofens, kaum fußhoch über der Erde, war eine 20