andere der zwei vorhandenen Förderschnecken, welche ihrerseits die ihnen zugeführten
Mehle auf den entsprechenden Sichtabteil zur Kontrollsichtung weiterleiten. Bei einem
Siebdurchbruch zeigt sich dieser Fehler dem wachhabenden Müller unmittelbar durch das
Anfüllen des Kontrollsackes mit kleiehaltigen Stippen.
Die fertigen Mehle verlassen die Mühle über eine Mehlwaage, auf welcher jeweils
die Ausbeuteprozente festgestellt werden können und laufen weiter auf die Mischmaschinen.
Letztere sind liegend angeordnet und zweiteilig mit einem Mindestfassungsvermögen
einer 48stündigen Arbeitsproduktion. Auf ihnen wird das eingelaufene Mehl
gründlich durchmischt und dann über eine Mehlabsackmaschine in Säcke abgefüllt. Auch
die Kleie und das Futtermehl haben eine eigene Mischmaschine. Soll oder darf kein
Futtermehl erzeugt werden, so ist für diesen Fall eine Umsteckklappe vorgesehen, wo die
feinen Schalenteile mit in den Kleisterstrom geleitet und mit diesem als Kleie weiter
führen. Der Kraftverbrauch dieser Anlage ist als sehr mäßig zu bezeichnen und beträgt
einschließlich der Reinigung rund 75 PS.
Zum Kraftverbrauch in Roggenmühlen ist zu sagen, daß man im Durchschnitt für die
Verarbeitung von 1000 kg Roggen in der Stunde bei trockenen, auf 16 Prozent angefeuchteten
Roggen etwa 90 PS, bei zähen, überfeuchten Roggen etwa 110 PS an Kraft
benötigt. Es leistet im Durchschnitt ein PS etwa 11 kg normalen Roggen oder etwa 9 kg
zähen Roggen in der Stunde.
Dagegen rechnet man in der Weizenmüllerei für die Verarbeitung von normalem,
trockenem Weizen rund 70 PS und bei feuchtem, zähem Weizen rund 80 PS bei Halbhochmüllerei
für eine stündliche Leistung von 1000 kg. Es leistet ein PS im Durchschnitt
14.3 kg guten, trockenen Weizen oder etwa 12.5 kg feuchten, zähen, dickschaligen
Weizen je Stunde in der üblichen Halbhochmüllerei.
Interessant sind die Wahrnehmungen, daß der Kraftverbrauch in der kalten Jahreszeit
ganz erheblich ansteigt. Verfasser machte durch Jahre hindurch immer wieder die
gleiche Beobachtung, daß mit dem Einsetzen der kalten Jahreszeit das Kraftdiagramm
mit der Kälte ansteigt und in der kältesten Periode der Kraftbedarf für die gleiche
Leistung bis zu 14 Prozent höher wird.
Für die Leistungskontrolle ist vor dem Quetschwalzenstuhl eine automatische Fünf-Kilogramm-Getreidewaage
eingebaut, die am vorteilhaftesten mittels einer elektrischen
Fernsteuerung bedient wird. In 20 Sekunden muß die Waage jeweils ausleeren. Im Notfall
läßt sich die Durchgangsmenge auch mittels Quantumsschieber einregulieren. Die
ferngesteuerte automatische Waage hat den Vorteil, daß sie stets gleichmäßig speist und
die Durchgangsmenge am ersten Schrot besonders exakt und gleichbleibend eingestellt
werden kann.
Ausmahlen der Roggengrieße. Im Mahlverfahren „o“, bei welchem
die Grieße von den Schroten getrennt werden, mahlt man diese auf feingeriffelten
Walzen. Die Übergänge der Vorsiebe führen dann zur nächsten
Grießmahlung oder zu einem hie für passenden Schrot.
Roggen-Dunstmahlung: Ein Roggendunstmahlen findet meist nur in ausgesprochenen
Roggenmühlen oder Mühlen mit großer Leistung statt. Sie
wird dann ähnlich vorgenommen wie bei Weizen, meist auf Glattstühlen mit
anschließenden Auflösemaschinen oder auf Mahlgängen, bisweilen auch auf
der Sodermühle oder anderen Ausmahlmaschinen, die ähnlich arbeiten und
die sich alle gerade für diesen Zweck sehr gut bewähren. 338