Kommismüllerei
Die Kommismüllerei läßt sich am besten auf einem guten Roggenzeug
durchführen. Vorbedingung ist gesundes, einwandfreies Getreide und gute
Reinigung. Verarbeitet wird fast ausnahmslos Roggen mit einer vorgeschrie
benen Ausbeute von 80 Prozent Kommismehl, 15 Prozent Grobkleie und
3 Prozent Feinkleie. Letztere muß vollkommen rein sein und wird als Streu
mehl benützt.
Das Kommismehl wird gröber gesichtet wie die Type 997. Bei kleinen
Betrieben mit zum Beispiel nur einem doppelten Walzenstuhl, einem ein
fachen Grießauflösungsstuhl (600 x 300) und einem Mahlgang von 1.2 m
Durchmesser haben sich beim Schrotstuhl von 800 x 300 mm Walzen 672
bis 7 Riffeln je cm Umfang, 14 Prozent Drall und Riffelwinkel 35/70
für den ersten und dritten Schrot, acht Riffeln je cm, 14 Prozent Drall
und 35/70 Grad für den zweiten und vierten Schrot, ferner 12 Riffel je cm,
14 Prozent Drall und 40/75 Grad Riffelwinkel für den Grießstuhl gut
bewährt. Als Bespannung wähle man vorne in der Schrotung für Plansichter,
die ja heute fast ausschließlich nur mehr in Frage kommen, grobe Sichtung,
vorne in der Schrotung für die beiden Schrotsichtungen DG 28 und 30 für
die Vorsiebe, 5 und 6 xx Seide für die Mehlsiebe des ersten und dritten
Schrotes, 6 und 8 xx für die des zweiten und vierten Schrotes. Für den
Grießauflösestuhl DG 48 als Vorsiebe, 6, 7 und 8 xx für Mehl und DG
50 als Vorsiebe, 9, 10 und 11 für Mehlsiebe des Mahlgangsichtabteils.
An Dunstsieben eignen sich für die Schrotpassagen N. 64 für den ersten und
dritten und Nr. 66 für den zweiten und letzten Schrot; Nr. 64 für den
Grießstuhl und Nr. 70 für den Mahlgang.
Der anfallende Schrotdunst, ebenso auch der Dunst der Grießauflösung
kann zum Einheitsmehl zugenommen werden. Der gute Grieß des ersten und
zweiten Schrotes läuft zusammen auf die Grießauflösung, welche einen
Doppelbehälter hat. Ebenso führen die Grieße aus der dritten und vierten
Schrotung zusammen auf den zweiten Abteil und werden, nachdem die guten
ersteren Grieße die Auflösung passiert haben, nachgenommen.
Der Abstoß des vierten Schrotes läuft über eine Kleieschleuder und ist
mit Verlassen dieser Maschine vollkommen mehlfrei.
Die Abstöße der Grießauflössichtung gehen dreimal über den Mahlgang.
Damit ist der Kommismüllerei vollkommen Genüge getan und die vorge
schriebene Ausbeute erreicht.
Die Maismüllerei
Obwohl eigentlich Mais nicht zu den Edelgetreidearten gehört, so ist
seine Verwendbarkeit so mannigfaltig, daß diese von keiner anderen Ge
treideart auch nur annähernd erreicht werden kann. Es gibt sehr viele Er
zeugnisse aus Mais und angefangen von Maisbruch grob und fein zu Futter
zwecken sind die für uns wichtigsten Erzeugnisse Maisgrieße verschiedener
Körnung, Maismehl zu Back- und Futterzwecken, Maiskeime für die Öl
fabrikation, Maisgrütze für Kückenfutter, Maisfuttermehl und Maiskleie. 339