mahlung auswirken kann. Das Getreide soll also nur trocken, das heißt
mit einem Wassergehalt von nicht über 14—15 Prozent, zur Einlagerung
kommen.
Die Feuchtigkeit unseres einheimischen Getreides ist fast immer bedeutend
höher wie jenes aus dem Auslande, meist aus wärmeren Gegenden mit
heißen Erntemonaten, zu uns gebrachten Getreides. Besonders in regnerischen
Erntejahren kann die Feuchtigkeit unseres heimischen Getreides
so hoch sein, daß ein mechanisches Umarbeiten und ein auf diese Weise
natürliches Herabtrocknen oder zumindest Unterbinden des Verderbens
am Lager durch einfaches Umschaufeln oder mechanisches Umarbeiten
und Durchlüften allein nicht mehr genügt. In solchen Fällen ist eine künstliche
Herabtrocknung mit Hilfe von Warmluft auf einer hiezu eigens gebauten
Trockenanlage notwendig.
Getreide, dessen Feuchtigkeitsanteil 18 Prozent auch nur wenig übersteigt,
läßt sich auch nicht mehr oder nur sehr schwer vermahlen. Die
Walzen wickeln sich mit Mahlgut auf, die Siebe verlegen und verkleistern
sich, die überschüssige Feuchtigkeit schlägt sich als Kondenswasser in den
Sichtmaschinen und besonders in den Windabteilungsröhren der Aspiration
nieder, die Mahlgutkanäle verstopfen und überall zeigen sich die Nachteile
einer zu hohen Feuchtigkeit. Dadurch verringert sich weiter auch noch die
Mehlausbeute und überdies ergeben sich fast immer schlecht backfähige
Mehle. Das Wissen um die Feuchtigkeit seines Getreides ist daher für den
Müller sehr wichtig, denn nur so kann er sich vor schwerem Schaden bewahren.
Vor der Vermahlung soll das Getreide auf einen bestimmten, für die
betreffende Mühle möglichst immer gleichbleibenden Wassergehalt gebracht
werden, der wieder den jeweils bestehenden Luftfeuchtigkeitsverhältnissen
angepaßt werden sollte, wovon die mehr oder weniger intensive
Verdunstung oder Austrocknung während der Vermahlung abhängig ist.
Wenn auch Großmühlen mit ihren raffinierten Mahlverfahren bisweilen
auch mit etwas höherer Feuchtigkeit auf den ersten Schrot gehen, so ist
für die Durchschnittsmühlen die Feuchtigkeit ihres gereinigten Getreides am
ersten Schrot mit 16—16.5 Prozent als die geeignetste zu empfehlen, vorausgesetzt,
daß gutes, gesundes Getreide vorliegt.
Bei Weizen mit sehr weichem, mehligem Bruch erreicht man bessere
Ergebnisse, als wenn man nur sehr schwach netzt und die Feuchtigkeit am
ersten Schrot auf 15.5—16 Prozent einstellt. Damit aber ist auch schon
verraten, wie man auf die richtige Feuchtigkeit kommt, nämlich bei trockenen
Weizen durch entsprechende Vorbereitung und Zuführung von Feuchtigkeit,
bei zu feuchten Weizen durch Wasserentzug mit Hilfe von warmer
Trockenluft oder, wo das nicht möglich ist, durch Vermischen mit trockenem
Getreide.
Um die Feuchtigkeitswerte zu erfahren, bedient man sich eines Feuchtigkeitsbestimmers,
meistens benützt man in den Mühlen einen Trockenschrank.
Für die Ermittlung der Feuchtigkeit im Getreide wie auch im Mehl und 379