zwei bis fünf Gramm Schrot oder Mehl bei nur 105 Grad Celsius und
dreistündiger Trocknungszeit im Trockenschrank arbeiten. Dazu ist allerdings
eine Analysenwaage erforderlich. Das zu untersuchende Produkt wird
in eigenen, vorher erhitzten und im Exykator gekühlten Trockenschiffchen
mit Deckel oder eigenen Trockengläschen analytisch genau eingewogen.
Während der Trocknung bleiben die einzelnen Proben geöffnet und die
Deckel sind neben die Schiffchen oder Gläschen gelegt. Nach der Trocknung
gibt man die Deckelchen auf jede einzelne Probe, läßt sie aus dem heißen
Trockenschrank bis auf Zimmertemperatur im Exykator abkühlen, was nach
etwa 20 Minuten erreicht ist, und wiegt dann sofort auf der Analysenwaage
zurück. Die nun gefundene Gewichtsabnahme ist das flüchtig gewordene
Wasser und kann jetzt auf die Prozente umgerechnet werden.
Von den in den Mühlen üblichen Wasserbestimmungsmethoden seien auch
noch die elektrischen Methoden genannt, die zwar eine sehr schnelle, aber
meist nicht sehr genaue Ermittlung des Wassergehaltes in Getreide und
Mehl ergeben. Das Prinzip der elektrischen Feuchtigkeitsbestimmung beruht
auf der Leitfähigkeit der Feuchtigkeit in Getreide und Mehl. Den älteren
Methoden nach dem Prinzip der Leitfähigkeit haftet der Fehler an, daß sie
von der Verteilung des Wassers im Ganzkorn abhängig sind, wodurch sich
fast immer etwas zu hohe Werte ergeben. Durch die Messung der sogenannten
Dielektrizität nach der DK-Methode (Berliner und Rüter, Frankfurt)
läßt sich der Wassergehalt in Mehlen sehr schnell, ja in Sekunden
feststellen.
Für die Messung der Feuchtigkeit im Ganzkorn entwickelte Brabender,
Duisburg, seine FK-Anlage, die in größeren Mühlen vielfach Eingang gefunden
hat, nach welcher die Feuchtigkeit des zur Vermahlung kommenden
Getreides fortlaufend geprüft und an Hand eines Diagrammes laufend
automatisch aufgezeichnet wird.
Der Durchlaufapparat, in dem der Getreidestrom durchzieht, wird meist
hinter dem Auslauf des Vorbereiters eingebaut, da hier die günstige Stelle
ist, wo allfällige Veränderungen im Feuchtigkeitszustand des auslaufenden
Getreides am besten ausgeglichen werden können.
Die FK-Anlage arbeitet nach der von Brabender entwickelten Dämpfungsmethode,
wodurch hochfrequenter Strom durch eine Spule geführt wird,
in der elektromagnetische Kraftlinien erzeugt werden. Beim Auftreffen auf
leitfähige Gebilde (Feuchtigkeits- und Mineralgehalt im Getreidekorn) erzeugen
sie Ströme, deren Stärke nun eben von der Leitfähigkeit abhängig
ist. Die elektromagnetischen Kraftlinien dringen im Getreidekorn überall
durch, auch im Mehlkörper, so daß sich bei dieser Methode absolut verläßliche
Meßwerte ergeben. Diese Anlage eignet sich hauptsächlich für
Großmühlen mit großen stündlichen Durchlaufsmengen. Festgestellte
Feuchtigkeitsschwankungen können mit Hilfe dieser Dauerbestimmung immer
wieder fast augenblicklich ausgeglichen werden, wodurch die Feuchtigkeit
im Getreide unmittelbar vor der Vermahlung sehr gleichmäßig gehalten 384