weich und klebrig, ganz schlechter Kleber verfließt und gibt seinen Zusammenhang
vollständig auf. Letzteres erfahren wir häufig bei Wanzenbeschädigung.
Die Farbe des Klebers muß ebenfalls beachtet werden. Guter Kleber
hat eine hellgelbe Farbe, während ganz schlechter Kleber eine sehr unansehnliche,
gräuliche Farbe zeigt.
Kleber backen
Um sich von der eventuell zu erwartenden Backfähigkeit des betreffenden
Klebers ein sichtbares Bild zu machen, kann dieser Kleber nun auch
zu einer Kugel geformt in den heißen Ofen gebracht und einige Minuten
gebacken werden. Dazu eignet sich besonders der Streitz’sche Schnellwasserbestimmer,
der hiezu auf eine Temperatur von 175—180 Grad
erhitzt wird. Wenn auch das Gelingen des Backens von mancherlei Zufälligkeiten
stark beeinflußt wird, so daß doch in der Mehrzahl der Fälle
angenommen werden kann, daß auch hier wieder derjenige Kleber der
bessere ist, der am schönsten aufgeht und die beste Farbe zeigt.
Beispiel einer Umrechnung auf den prozentuellen Anteil von Feuchtkleber
Aus 25 Gramm eines Manitobaweizens werden 11.2 Gramm Feuchtkleber
gewonnen. Wieviel Prozent Feuchtkleber hat dieser Manitoba?
25 Gramm enthalten 11.2 Gramm Feuchtkleber.
100 Gramm enthalten gleich viermal soviel, also 4 x 11.2 = 44.8 g
oder in Prozenten ausgedrückt 44.8 Prozent Feuchtkleber.
Der auf diese Weise gewonnene Feuchtkleber enthält etwa % seines
Gewichtes Wasser. Multipliziert man daher den Feuchtkleberanteil mit 1
oder der Zahl 0.33, dann erhält man genügend genau den Anteil des
Trockenklebers im betreffenden Weizen oder Mehle.
In unserm Beispiel des Manitoba-Weizens mit 44.8 Prozent Feuchtkleber
hat dieser Weizen also 44.8 x 0.33 = 14.78 Prozent Trockenkleber.
Die Kleberbestimmung bei Kaufmustern
Manchmal kommt es vor, daß der Kleber in einem Kaufmuster bestimmt
und untersucht werden soll, wobei das vorhandene Muster aber zu klein
ist, um die nötigen 25 Gramm Mehl zum Auswaschen zu liefern. In diesem
Falle hilft man sich so, daß man das aufliegende Kaufmuster vom Fremdbesatz
vollständig reinigt und befreit und die vorhandene Menge Ganzkorn
auf bereits genannte Weise vermahlt und von dem so erhaltenen Mehl dann
eben weniger und nur 10 oder 20 Gramm einteigt und diese Menge dann
auswäscht. Natürlich darf man dann eben auch eine nur der Mehlmenge
entsprechende Menge Wasser zum Einteigen nehmen. So zum Beispiel auf
10 Gramm Mehl eben nur 6 ccm und auf 20 Gramm nur 12 ccm Wasser. 393