Skip to main content

Full text: Vom Getreide zum Brot

Kleberteilchen, die auf dem Sieb zurückbleiben, werden vorsichtig zugeknetet. 
Der Kleber ist dann rein und stärkefrei, wenn das gegen das Licht gehaltene 
Abtropfwasser klar ist und keine Trübung mehr zeigt. 
Wer zu früh mit Waschen aufhört, hat noch Stärke am Kleber und be­ 
kommt zu hohen Kleberanteil, der zu Fehlschlüssen führt. 
Der reine Kleber wird nun abwechselnd vom rechten in den linken Hand­ 
ballen gelegt und gepreßt, wobei die feuchtgewordene Stelle des jeweiligen 
Handballens gleich am Handtuch abgetrocknet wird. Daraufhin wird der 
Kleber gewogen. Bei einem Ausgangsgewicht von 25 Gramm Mehl wird mit 
vier, bei nur 10 Gramm dagegen mit zehn vervielfacht, wodurch der pro­ 
zentuelle Feuchtkleberanteil in dem betreffenden Mehle erhalten wird. Mehle 
mit weniger als 18 Prozent Feuchtkleber lassen sich allein nur sehr schwer 
verbacken, zumindest ist ihr Gashaltevermögen zu gering. Bei über 34 Pro­ 
zent Feuchtkleber spricht man von einem kleberreichen Mehl. 
Die Schrotgärmethode 
Diese Methode wurde zuerst von einem kanadischen Weizenzüchter, 
Prof. Sounders, bei Mehl angewendet, dann von Dr. Pelshenke für die 
Prüfung von Weizenschroten umgeändert. Sie hat den Vorteil, daß sie 
mit wenig Getreide (10—20 g) auskommt und duplizierbare Werte ergibt, 
welche sich mit den erhaltenen Werten der Schrotkleberprüfung sehr gut 
ergänzen. Für den kleineren Müller kommt diese Bestimmung kaum in 
Frage, da aber die Methode seinerzeit auch zur Prüfung der Kleberweizen 
herangezogen wurde und man in Fachkreisen immer wieder von Testzahlen 
zu hören bekommt, so sei auch diese Methode im nachfolgenden beschrie­ 
ben. Die Bestimmung geht so vor sich, daß man aus dem zu behandelnden 
Versuchsweizen (Kaufmuster z. B.) mit Hilfe eines Handsiebes alle frem­ 
den Bestandteile einschließlich des Eigenbesatzes und der stark notreifen 
Körner ausscheidet. Dann schrotet man diesen Weizen zunächst einmal grob 
durch und unmittelbar darauf ein zweitesmal zu einem mittelfeinen, mögliclist 
gleichmäßigen Vollschrot. 
Aus 10 g dieses Feinschrotes wird unter Zuhilfenahme von 6 ccm 
destilliertem Wasser und 0.5 g frischer Hefe ein Teigchen angesetzt. Schrot 
wie Wasser sollen Raumtemperatur haben. Dieses Teigstück wird gut 
durchgeknetet und auf einer Glasplatte durch Zusammenrollen und Platt­ 
drücken vollkommen gleichmäßig bearbeitet. Alsdann wird in zwei genau 
gleiche Teile geteilt und diese beiden Hälften mit der Hand in Teig­ 
kugeln geformt. Diese Teigkugeln werden dann in ein mit Wasser von 
32 Grad C zu dreiviertel gefülltes Standglas, das etwa 6 cm Durchmesser 
und 7 cm Höhe hat, eingelegt. Anfänglich liegen die beiden Teigkugeln 
am Boden des Glases, doch schon nach kurzer Zeit steigen sie infolge des 
sich durch die Hefe in ihnen gebildeten Triebgases im Glase hoch und 
schwimmen an dessen Wasseroberfläche. Nach einiger Zeit zerplatzen aber 
diese Kugeln infolge des immer stärker werdenden Kohlensäuredruckes, 
was an dem Zubodensinken von Teigstückchen leicht erkennbar ist. 398
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.