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Full text: Vom Getreide zum Brot

raschung zu bewahren, muß der Müller seine Vermahlung nicht nur streng 
überwachen, sondern, soweit es ihm nur möglich ist, durch Kontrolle der 
anfallenden Mehle und besonders durch Prüfen und Messen der Fertig­ 
produkte, ehe sie die Mühle verlassen, davon überzeugen, daß sie den an sie 
gestellten Anforderungen entsprechen. 
Sowenig wie ein Getreide in die Vorratsbehälter und Silos gehen darf, 
ehe nicht zuvor zumindest dessen Feuchtigkeit und Gesundheitszustand 
überprüft worden sind, sowenig darf ein Fertigprodukt den Mühlenbetrieb 
verlassen, bevor dasselbe nicht auf seine Beschaffenheit hin untersucht und 
geprüft und als in jeder Weise einwandfrei befunden worden ist. Von der 
Notwendigkeit einer solchen dauernden Betriebskontrolle durch Befühlen, 
Messen und Prüfen ist jeder einsichtige und erfahrene Fachmann überzeugt. 
Wo immer es möglich ist, hat der Müller sein Augenmerk auf die 
Gleichmäßigkeit seiner Mehle und auf die Beibehaltung des einmal als gut 
erkannten Qualitätsstandardes zu richten. Hier allein liegt das große Ge­ 
heimnis im Ruf eines Mehles und die Stärke eines gutgeführten Mühlen­ 
betriebes. 
Es kommt weniger darauf an, ob jetzt ein Mehl ein Viertel Prozent mehr 
oder weniger Wasser vertragen kann, als vielmehr darauf, daß dieses Mehl 
von einer zur anderen Lieferung, d. h. während einer möglichst langen 
Zeitperiode hindurch, von einer stets gleichbleibenden Beschaffenheit in 
Bezug auf seine Backfähigkeitswerte geliefert werden kann. 
Um dieses Ziel zu erreichen, stehen dem Müller eine ganze Anzahl von 
erprobten Untersuchungsmethoden zur Verfügung, von welchen er sich zu­ 
mindest der einen oder anderen bedienen muß, wenn er einigermaßen auf 
sicherem Geleite seine Mühle führen will. 
Über die einfachsten, aber auch wichtigsten Methoden zur Untersuchung 
und Prüfung des Mehles und der Mahlprodukte 
Eine große Anzahl von verschiedenen Prüfmethoden für Mehl haben 
sich in den vergangenen Jahren aus der Praxis heraus entwickelt, welche 
alle mehr oder weniger dem Zwecke der Qualitätsprüfung dienen. Während 
kleinere Betriebe meist die einfachen und billigeren Qualitätsprüfungen an­ 
wenden, benützen Großbetriebe und auch Brotfabriken heute schon eigene 
Untersuchungslaboratorien mit sehr teuren Apparaten und haben hiefür 
dann auch meist eigens ausgebildetes Personal eingestellt, um alle Möglich­ 
keiten der Untersuchungsergebnisse auswerten zu können und nur dadurch 
zu einem höchstmöglichen wirtschaftlichen Betriebserfolg zu gelangen. 
Die einfachsten und wichtigsten Prüfungen über die Beschaffenheit und 
den Backwert eines Mehles erstrecken sich auf: 
1. Geruch, Geschmack und Griff; 
2. Farbe und Aussehen; 
3. Feuchtigkeit; 400
	        
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