einander. Hat man mehrere Mehle nebeneinander aufzulegen, dann ver
fährt man mit dem dritten und den nächstfolgenden Mehlen genau so. Auf
diese Weise legt man ein Mehl neben das andere. Dann nimmt man in
die rechte Hand das Glasscheibchen zwischen Daumen und Kleinfinger
und drückt jetzt mit den inneren drei Fingern in streichendem Zug gegen
den eigenen Körper her die aufgelegten Mehle gemeinsam schön und gleich
mäßig glatt. Mit der Mehlspachtel trennt man nun nochmals die äußeren
Umrandungen geradlinig ab und erhält jetzt ein gleichmäßiges Viereck.
Die Beurteilung erstreckt sich jetzt zunächst einmal auf das Mehl in
trockenem Zustand, auf den vorhandenen Farbunterschied und den Rein
heitsgrad. Dann erst wird die Probe ins Wasser getaucht.
Die Prüfung vollzieht man am besten bei Tageslicht, also möglichst am
lichthellen Fenster, wobei es zweckmäßig ist, das Brettchen auch um seine
Achse zu drehen.
Man unterscheidet drei Farbstufen bei dieser Prüfmethode.
1. Der Farbvergleich in trockenem Zustand unmittelbar nach dem Auf
legen der Probe.
2. Der Farbvergleich nach dem Eintauchen der Probe in nassem Zu
stand gleich nach dem Herausnehmen aus dem Wasser.
3. Der Farbvergleich der angetrockneten Probe nach etwa 13 bis
2 Stunden nach dem Herausnehmen aus dem Wasser.
Für den nassen Farbvergleich taucht man die bislang trockene Probe
samt dem Brettchen in schräger Richtung langsam und vorsichtig in das
ruhigstehende Wasser in dem bereitgestellten Wasserbottich oder Eimer
solange ein, bis sich keine Wasserblasen mehr bilden.
Nach diesem Wasserbad wird die Farbe sogleich beobachtet, worauf
man die angefeuchteten Mehlmuster auf dem Brettchen an einem mög
lichst trockenen, kühlen Ort, welcher staubfrei sein muß, abstellt und
sich selbst überläßt. Nach Ablauf von 112 bis 2 Stunden kann dann die
letzte Farbprüfung an der angetrockneten Probe vollzogen werden.
Auch bei der eingetrockneten Teigschicht lassen sich selbst kleinste Farb
unterschiede oder etwaige Unstimmigkeiten in Bezug auf Reinheit des
Mehles sehr scharf und klar wahrnehmen.
Durch diese einfache und billige Probe können sich Müller und Bäcker,
auch aus den kleinsten Betrieben, jederzeit ein verläßliches Urteil bilden
über Typenrichtigkeit und Reinheit ihrer Mehle.
Mit dieser einfachen Probe, die nur wenig Zeit beansprucht, ist es immer
zu jederzeit möglich, die fertigen Mehle zu kontrollieren, ob sie, wie der
Schweizer Müller sagt, typkonform sind, das heißt der Mehltype entsprechen.
Ohne tägliche, in großen Betrieben sogar stündliche Vornahme der zu
mindest trockenen Farbprobe könnte man sich heute eine sichere Betriebs
überwachung in der automatischen Mühle, bei welcher ja die fertigen Mehle
laufend anfallen, einfach nicht mehr denken. 410