Die Veraschungsmethode nach Prof. Moß
Die Veraschung geht im wesentlichen so vor sich, daß eine sehr genau
ausgewogene Menge Mehl von fünf Gramm (auf vier Dezimalstellen oder
ein Zehntausendstel genau gewogen) in einem kleinen, innen und außen
glasierten Porzellanschälchen im Veraschungsofen zunächst verbrannt und
dann solange weiter ausgeglüht wird, bis alle organische Substanz verflüchtigt
und nur mehr die reine Asche übrig bleibt.
Die Schale mit der Asche wird dann nach entsprechendem Abkühlen
im Exsikkator ebenso genau gewogen, hernach das Leergewicht der Schale
in Abzug gebracht, die jetzt ermittelte Asche auf die Einheit von hundert
umgerechnet und weiter auf die Trockensubstanz bezogen.
Abb. 142. Exsikkator, in welchem
die Veraschungsschälchen bis zur
Abkühlung auf Zimmertempera
tur luftdicht Verschlossen eingelegt
werden. Unten im Exsikkator be
findet sich gekörntes Chlorkal
zium, Karbid oder Schwefelsäure,
welche die Eigenschaft besitzen,
die Feuchtigkeit der Luft anzu
ziehen und Von den Veraschungs
schälchen fernzuhallen.
Die Aschebestimmung besteht immer aus
zwei Teilen:
I. Aus der Bestimmung des Feuchtigkeitsge
haltes und der Trockensubstanz,
2. der eigentlichen Verbrennung des Mehles
oder der Mahlprodukte mit der gewichts
mäßigen Ermittlung der unverbrennbaren
Asche.
Bei der Veraschung selbst ist folgende
Regel genau einzuhalten:
I. Ausglühen der gereinigten, leeren Ver
aschungsschälchen während einer Dauer
von mindest 30 Minuten, damit sie voll
kommen frei sind von Feuchtigkeit.
2. Abkühlen der heißen Schälchen im Exsik
kator auf Raumtemperatur.
3. Ermittlung des Leergewichtes der ein
zelnen Schälchen, nach dem Abkühlen
und unverzügliches Einwiegen der Ver
brennungssubstanz.
4. Genaue Einhaltung der Veraschungstem
peratur und Veraschungszeit.
5. Abkühlung der in den Schälchen verblie
benen Asche im Exsikkator, Ermittlung
des Aschegewichtes und Berechnung auf
die Ascheprozente, welche auf die Trok-
kensubstanz bezogen werden.
Die Veraschungsöfen sehen in
ihrer äußeren baulichen Form den gewöhn
lichen Schnellwasserbestimmungsapparaten ähnlich.
Auch sie werden meist mit Steckkontakt an die Lichtleitung angeschlossen
und können ebenfalls mit Stufenschalter und Thermostat hitzereguliert werden.
Unmittelbar vor der Veraschung wird der Veraschungsofen an die Strom
leitung angesteckt und dann die der Veraschung dienenden Porzellanschäl 418