Nach etwa einer Minute bringt man ein Schälchen nach dem andern
zunächst unmittelbar vor das Mundloch des heißen Ofens, wo sich das
Mehl rasch erwärmt, bräunt und schließlich unter hell aufleuchtender
Flamme verbrennt. Sobald die Flamme erloschen ist, stellt man die Schäl
chen, auch hier wieder eins nach dem andern, nach hinten in den Ofen.
Die Veraschung ist dann beendet, wenn der Rückstand in der Schale
schön weiß erscheint und keine dunklen Punkte mehr vorliegen. Die Ver
aschung dauert bei Mehl, mit der heute üblichen Veraschungstemperatur
von 920 Grad, etwa 30—40 Minuten; bei Getreidefeinschrot geht es
auch etwas länger, bis zu 90 Minuten.
Nach Ablauf der Veraschung wird jedes einzelne Schälchen mit der
Tiegelzange gefaßt und in den bereitgehaltenen Exsikkator gestellt. Hier
müssen diese bis auf Zimmertemperatur abkühlen, was nach Ablauf von
etwa einer knappen Stunde erreicht wird.
Dann wird die Schale mit der Asche erneut gewogen und der in der Schale
befindliche unverbrennbare Rückstand bestimmt.
Für die zugesetzten 3 ccm Magnesiumacetat sind von diesem ermittelten
Gewicht dann 0.01 Gramm abzuziehen.
Im allgemeinen hängt die Veraschungszeit sehr von der Temperatur im
Veraschungsofen ab. Nach einer älteren Veraschungsmethode werden bei
Anwendung von nur 550 Grad Celsius sechs Stunden lang die Mehle
der Verbrennung ausgesetzt, wobei man dann eine hellgraue, ungeschmolzene
Asche erzielen kann.
Die Reinigung der Veraschungsschälchen
Nach Beendigung der Veraschung werden die einzelnen Porzellanschäl
chen am besten mit verdünnter Salzsäure angefüllt und einige Zeit stehen
gelassen, dann in reinem Brunnenwasser gewaschen, getrocknet und dann
für die nächste Veraschung erneut bereitgestellt.
Abb. 143. Elektrischer Muffelofen für die Mehlveraschung. 420