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Full text : Vom Getreide zum Brot

Fehlingscher Lösung auf seinen Zucker- bzw. Maltosegehalt hin titriert. Je
höher der Maltosegehalt, desto höher ist das Zuckerbildungsvermögen des
untersuchten Mehles und desto höher aber auch die in ihm zu erwartende
Triebkraft.

Man nimmt zur letzten Durchführung dieser Bestimmung nur 50 ccm
vom Filtrat in eine gradierte Bürette und läßt zunächst hievon 20 ccm in
einen Erlenmeyerkolben, in welchem zuvor genau 2.5 ccm Fehlingsche Lösung
 I und 3 ccm Fehlingsche Lösung II gebracht wurden, fließen, worauf
nach entsprechendem Umschütteln der Kolbeninhalt auf starker Flamme
zum Kochen gebracht wird. Nach genau einer Minute kräftigem Kochen
gibt man 6—7 Tropfen Methylenblaulösung (I ccm Methylenblau in
100 ccm dest. H2O) hiezu und läßt nun in kurzen Abständen aus der
Bürette solange schußweise von I—2 ccm vom reinen Filtrat zulaufen,
bis die blaue Verfärbung der Kochblasen gerade noch verschwindet und die
rotbraune Farbe des Kupferoxyduls sich anzeigt. Der am Boden des Kolbens
 sich bildende rote Niederschlag ist Kupferoxydul. Die ganze Titration
darf aber nur drei Minuten dauern, weil der Luftsauerstoff durch seinen
oxydierenden Einfluß Fehler bringen würde.

Man berechnet nun den Maltosegehalt, in dem man die Anzahl der
verbrauchten ccm Filtrat in einen bestimmten, auf einem Erfahrungswert
beruhenden Faktor von 40.3 teilt. Bei Mehlen mit sehr hoher diastasischer
Kraft legt man statt 20 ccm nur 10 ccm des Filtrates vor, während bei
geringer diastasischer Kraft eine Neufüllung der Bürette sich als notwendig
erweist.

Berechnungsformel:
Faktor 40.3
—--------—-— -------------- = Maltosegehalt in Prozenten, bezogen auf Mehl,
verbrauchte ccm Filtrat-----------------,

Normal-Maltosewerte eines gesunden Weizenmehles der Type 1050 für:

a) schwache diastasische Kraft = 0.5—0.8 %

b) mittlere diastasische Kraft = 0.8—1.2 %

c) hohe diastasische Kraft = 1.2—1.6 %

Auswuchsbeschädigte Mehle und dunkle Nachmehle ergeben entsprechend
 höhere Werte. Bei Roggenmehlen sind die Normalwerte etwa doppelt
so groß wie bei Weizenmehlen gleicher Ausmahlung.

Fehlingsche Lösung I: 34.63 g reines Kupfersulfat werden in einem Meßkolben
von 500 ccm mit etwa 400 ccm Wasser gelöst und alsdann bis zur Halsmarke aufgefüllt.

Fehlingsche Lösung II: 173 g weinsaures Natriumkalium (Seignettesalz) werden
in 400 ccm Wasser gelöst und zu dieser Lösung dann 100 ccm einer 51.6prozentigen
Natronlauge zugesetzt.

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