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Full text: Vom Getreide zum Brot

NACHWEIS DER CHEMISCHEN MEHLBEHANDLUNG 
1. Ist das vorliegende Mehl mit Ammoniumpersulfat behandelt? 
(Multaglut, Porit, Glutin, Chefaro G usw.) 
Alle derartig behandelten Mehle reagieren auf Benzidinlösung. Man 
setzt eine alkoholische Benzidinlösung an, in dem man 0.5 g Benzidin in 
100 g 50prozentigem Alkohol auflöst. Diese Lösung läßt sich gut ver­ 
korkt lange Zeit aufbewahren und immer wieder als Reagenz zum Nachweis 
von Ammoniumpersulfat verwenden. 
Das zu untersuchende Mehl wird genau wie bei der Pekarschen Wasser­ 
probe auf ein Brettchen (wenn man die Probe aufbewahren will, besser noch 
auf ein Papier, siehe verbesserte Wasserprobe) gebracht, flachgedrückt, ins 
Wasserbad gelegt und dann in noch nassem Zustande mit etwas von der 
Benzidinlösung gleichmäßig über das ganze, nasse Mehlmuster hin über­ 
gossen. Schon nach wenigen Sekunden macht sich die Anwesenheit von 
Ammoniumpersulfat auf der nassen Teigfläche des Mehlmusters durch 
schwarzblaue Punkte bemerkbar. Bromat allein äußert sich auf Benzidin­ 
lösung nicht. 
2. Ist das Mehl mit Bromat behandelt? 
Bromat reagiert auf ein Gemisch von 1 Oprozentiger Schwefelsäure mit 
Jodkaliumlösung. Auf das angefeuchtete Mehlmuster wird die angesäuerte 
Jodkaliumlösung (genau so wie das Benzidin) vorsichtig über die ganze 
nasse Teigfläche geschüttet. Bei Vorhandensein von Bromat im Mehle zeigen 
sich sofort violettbraune Punkte, während diese bei Anwesenheit von Per­ 
sulfat sich erst nach drei bis vier Minuten anzeigen. 
Man übergießt vorteilhaft das zu untersuchende Mehl zuerst mit Benzidm- 
lösung als Reagenz für Ammoniumpersulfat und zählt die etwa sich an der 
Teigfläche zeigenden Punkte aus. Hernach spült man mit Wasser gründlich 
ab und übergießt erst dann mit der angesäuerten Jodkaliumlösung als Rea­ 
genz auf Bromat. 
Aus der nun entstehenden Vermehrung der Punkte kann man auf Bromat- 
behandlung selbst und auch auf deren ungefähre Stärke schließen. Die Jod­ 
kaliumlösung bekommt man, wenn man 2 g Jodkalium in 100 g destilliertem 
Wasser auflöst. Die Ansäuerung mit Schwefelsäure soll aber erst unmittelbar 
vor dem Gebrauch vorgenommen werden. Zu diesem Zwecke mischt man 
10 Teile einer zehnprozentigen Schwefelsäure und 3 Teile der Jodkalium­ 
lösung in einem Reagenzglas zusammen und übergießt dann mit dieser 
Mischung das aus dem Wasserbad entnommene nasse Mehlmuster. 
3. Ist das Mehl mit Bezoylsuperoxyd behandelt? 
(Novadelox und Instanto als Bleichmittel) 
Hier ist der Nachweis sehr schwer möglich, weil diese Bleichmittel im 
trockenen Mehle zerfallen und sich in Benzoesäure und Sauerstoff auflösen. 450
	        
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