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Full text : Vom Getreide zum Brot

gemeine Verbreitung. Die Vorteile des Walzenstuhles gegenüber dem Mahlgang
 sind besonders in der Schrotung aufscheinend. Heute könnte man sich
eine rationelle Müllerei ganz ohne Walzenstühle einfach nicht mehr denken.
Das Getreide kann mit gutgeriffelten Walzen leichter aufgebrochen wie
zerrieben werden, wobei durch die schabende Wirkung der Riffel nicht nur
mehr und bessere Grieße, sondern auch noch die Schale selbst in gröberen
Stücken vom inneren Mehlkörper getrennt werden kann.

Verbesserte Mehlsichtung

Zur hochbedeutsamen Erfindung der Walzenmüllerei kamen in rascher
Folge auch viele andere äußerst wichtige Erfindungen von anderen Müllereimaschinen,
 die sowohl in der Mahlmethode als auch in der Qualität der erzeugten
 Produkte eine weitgehendste Verbesserung ermöglichen. Zu erwähnen
 wäre unter anderem besonders der Zentrifugalsichter des Bäckers Huene,
Altona, der die Leistungen des Wollbeutels und des Sechskant- und Rundzylinders
 weit überbot und der namentlich bei feuchtem, klammem Mahlgut
geradezu vortreffliche Arbeit leistete. Diese Maschine hatte im Innern des
mit Drahtgewebe oder Seide bespannten Rundzylinders einen Haspel mit
Schlagleisten eingebaut, der sich in gleicher Richtung, nur viel schneller wie
der Zylinder drehte, wodurch das Sichtgut fortwährend von den Schlägern
des Haspels erfaßt und gegen die Bespannung hingeschleudert wurde. Eine
andere, ganz bedeutende Erfindung für die Müllerei auf dem Gebiete der
Mehlsichtung, machte Haggenmacher, Budapest, mit seinem Plansichter.
Diese Erfindung wurde insbesondere für unsere heutige Hochmüllerei mit
dem härteren Auslandsweizen von nicht zu unterschätzender Bedeutung.
Der Plansichter, der in der Folgezeit noch sehr verbessert wurde — erinnert

Abb. 29. Zentrifugalsichter 36
            
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