des Vorganges dieser rein alkoholischen Gärung bildet sich als Nebenprodukt
auch Alkohol, der in den heutigen modernen Hefefabriken besonders gewon
nen wird.
Nach einer bestimmten Zeit werden die sprossenden oder in Sproßver
bänden zusammenhängenden Hefezellen durch eigene Filterpressen von der
noch unvergorenen Würze getrennt und zu den bekannten Pfundstücken
gepreßt.
Zur Hefeerzeugung haben sich zwei Verfahren entwickelt:
1. das alte Wiener Verfahren: Maische in Bottichen, Impfung der Würze,
Ruhe, neben der Hefe Gewinnung von reichlich Alkohol;
2. das neue Belüftungsverfahren mit Belüftungsschlange, bei welchem
die Hefeernte groß, dagegen der anfallende Alkohol gering ist.
Kennzeichen guter Hefe
Gute Hefe zeichnet sich durch frischen, angenehmen, alkoholartigen
Geruch und Geschmack aus. Ihre Löslichkeit in Flüssigkeiten muß gut sein,
ohne daß sich hiebei Klumpen bilden. Bei guter Hefe muß sich eine musche
lige Bruchstelle von gelblichgrauer frischer Farbe zeigen. Gute Hefe zeichnet
sich vor allem durch hohe Triebkraft aus.
Verdorbene Hefe
Die Backhefe ist bekanntlich sehr empfindlich und verdirbt sehr leicht.
Alte verdorbene Hefe hat nur mehr ganz geringe Gärkraft. Solche Hefe
ist leicht an ihrem widerlichen Geruch und dem an saure Käse erinnernden
Geschmack als auch an der unansehnlichen braunen Farbe erkenntlich. Alte
verdorbene Hefe bröckelt, löst sich auffallend schwer im Wasser und hat
beim Kauen ganz schlechten, geradezu ekligen Geschmack. Ihre Triebkraft
ist schlecht und läßt sehr zu wünschen übrig, wobei die Teige schwer bleiben
und nicht oder viel zuwenig aufgehen.
Schlechte, verdorbene Hefe, und das gilt übrigens auch vom Sauerteig,
sollte schon aus gesundheitswidrigen Gründen zur Brotbereitung nicht ver
wendet werden. Bei Zugabe schlechter, verdorbener Hefe gelangen häufig
auch Schimmelpilze mit in den Teig, die namentlich dann, wenn das Brot
schwächer ausgebacken wird, nicht zerstört werden und ihre Keimfähigkeit
zum Teil unverändert beibehalten. Solches Brot verdirbt dann nicht selten
schon nach wenigen Tagen von innen heraus und wird ungenießbar.
Die Bierhefe
Die Bierhefe ist ein Abfallprodukt der Bierbrauerei. Bei Bereitung des
Bieres vollziehen sich ähnliche Vorgänge wie bei der künstlichen Gewinnung
der Backhefe, nur mit dem Unterschied, daß der Nährlösung noch Hopfen 500