Die zweite größere an b erkennntliche Druckflasche wird bis zur Hals
marke mit ebenfalls gleich warmem Wasser gefüllt, das man noch mit etwas
Kochsalz vermengt. Diese beiden Flaschen werden dann in ein Wasserbad
gestellt, in welchem die Temperatur durch fortwährende Wärmezufuhr stän
dig auf 30 Grad C gehalten wird. Die sich in der Gärflasche a entwickelnde
Kohlensäure tritt nun durch das Glasröhrchen c in die Druckflasche b und
verdrängt in dieser genau soviel Kubikzentimeter Wasser, als es für sich an
Raum bedarf. Das verdrängte Wasser fließt durch das zweite Glasröhrchen d
in den bereitgestellten Meßzylinder e. Soviel Kubikzentimeter Wasser sich
in diesem gradierten Glaszylinder ansammeln, soviel Kubikzentimeter Kohlen
säure wurden von dieser Hefe entwickelt.
In der ersten halben Stunde dieser Hefetriebkraftbestimmung wird genau
so wie beim Fermentographen von Brabender wenig Kohlensäure entwickelt.
Die in der Nährlösung der
Gärflasche a befindliche Hefe
muß dort erst durch das in ihr
enthaltene Enzym Invertase den
Rohrzucker umsetzen oder in
vertieren und in Frucht- und
Traubenzucker abbauen. Eine
gute Backhefe soll dann aber
in der zweiten halben Stunde
mindestens 150 Kubikzentimeter
und in der folgenden dritten
halben Stunde 250 Kubikzenti
meter Kohlensäure entwickeln.
Abb. 176.
Apparat zur Triebkraftbestimmung der Hefe.
Was wir über die Behandlung der Backhefe wissen sollen
Wie wir jetzt gehört haben, ist die Backhefe kein totes chemisches Pro
dukt, sondern ein pflanzliches Lebewesen, das sehr empfindlich ist gegen
große Kälte und noch mehr gegen jede Wärme über 40 Grad. Auch starke
Erschütterung und grelles Licht, ebenso scharfe Laugen und Salze schaden
der im Teige wirkenden Hefe. Man schütze also die Hefe vor Kälte und
vor Hitze, bewahre sie stets an einem kühlen Orte auf, achte beim Einteigen
stets gewissenhaft darauf, daß die Hefe nicht mit über 40 Grad C erwärmter
Flüssigkeit oder gar heißem Fett in Berührung kommt, auch Kochsalz ist ihr
schädlich. Daher keine direkte Berührung mit Salz!
Beim Dampfeln löse man die Hefe zunächst in wenig handwarmer Flüs
sigkeit gut auf und erst dann bringe man das restliche nötige Wasser nach
und nach hinzu. Fett verträgt die Hefe schlecht und hemmt deren Vermeh
rung. Daher gebe man zum Vorteig oder Dampfel möglichst kein Fett. 503