Mehlveredlung in der Backstube
In diesem Falle geht man von den bisherigen Erfahrungswerten der
Trockendosierung aus, löst eine bestimmte Menge eines solchen Salzes zu
einer bestimmten Konzentration auf, zum Beispiel bei Zugabe von zwei
Gramm Kaliumbromat auf 100 kg Mehl = auf 10 Liter reines Brunnen
wasser genau 1 kg Kaliumbromat, von welcher Lösung man dann eben für
einen versuchsweisen Zusatz in der Backstube zum Einteigen dann dieser
Dosierungsmenge entsprechend, auf je 1 kg Mehl = 0.20 ccm, im Meß
zylinder genau gemessen, zum Teigwasser, aber erst beim Einteigen, nicht
etwa schon zum Hefel (Dampfel), zusetzt. Hat man einen Mehlverbrauch
zu einem Teige von 50 kg, dann nimmt man eben 50 x 0.20 ccm oder
10 ccm. Wie errechnet man diese Werte? Ganz einfach.
Man sagt sich, daß eine in der Regel gute Wirkung von Kaliumbromat
von 2 Gramm auf 100 kg Mehl gegeben sind und nachdem man jetzt auf
10 Liter Wasser gleich 1 kg oder 1000 Gramm Kaliumbromat aufgelöst
hat, so trifft es auf 1 Gramm Salz eben gleich 10 ccm dieser Lösung und
auf 2 Gramm 20 ccm, die ausreichen würden, für 100 kg Mehl. Für 1 kg
würden wir dementsprechend eben 20 ccm/100 = 0.2 ccm und für die
zum Teigmachen benötigte Mehlmenge eben 0.2 ccm mal Mehlmenge
benötigen. Bei Ammoniumpersulfat sind die besten Wirkungen in der Regel
bei etwas höheren Zusätzen und man verwendet hier im Durchschnitt etwa
das Doppelte bis Dreifache des Bromatzusatzes.
Auch hier würde man auf 10 Liter reines Wasser 1 kg Ammonium
persulfat auflösen und dann eben die doppelte bis dreifache Menge der
Lösung, also auf 1 kg Mehl etwa 0.4—0.6 ccm Lösung, zum Teig
machen zusetzen. Aber wie schon erwähnt, müßte auch hier von einer be
stimmten, erstmals lieber etwas geringeren Menge ausgegangen werden,
welche sich dann nach und nach bis zum besten Backergebnis steigern ließe.
Eine so versuchte Mehlveredlung hätte sogar gegenüber jener in der Mühle
den großen Vorteil, daß sie immer wieder in der Backstube selbst erprobt
werden könnte, während, wie nicht abzustreiten ist, die Verbesserungs
versuche in der Mühle immer nur allgemein gehalten werden können und
selten nur die höchstmögliche Stufe erreichen.
Zur Hygiene der Mehlveredlung durch chemische Salze selbst ist noch
ergänzend zu erwähnen, daß diese Salze unschädlich sind und sich im Teige
und während der Stoffumsetzung von Teig zu Brot zersetzen. Bei einer
maximalen Verwendung von beispielsweise 10 Gramm Ammoniumpersulfat
auf 100 kg Mehl fallen auf das täglich verzehrte Brot von etwa 30 dkg
0.016 Gramm dieses Salzes mit der chemischen Formel (NH.) 2S2O8,
welches in der Medizin sogar als appetitanregendes Mittel in weitaus
größeren Mengen von 0.2 Gramm vor jeder Mahlzeit zu nehmen empfohlen
wird. Im fertigen Brot liegt Ammoniumpersulfat nicht mehr vor, weil es sich,
wie schon erwähnt, im Teige zersetzt und in Bisulfat, welches vollkommen 524