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Full text: Vom Getreide zum Brot

dieses Verfahrens ist, daß bei Anwendung von Instanto bereits nach wenigen 
Minuten der Verbindung mit dem Mehle die bleichende Wirkung festge­ 
stellt werden kann. 
Das Elektro-Verfahren. Das Prinzip dieses Verfahrens beruht auf der 
Einwirkung eines, mit Hilfe eines eigenen Bleichapparates aus der atmo­ 
sphären Luft erzeugten, bleichend wirkenden Gases, mit welchem das Carotin 
im Mehle zerstört und das Mehl mehr oder weniger aufgehellt und künstlich 
gealtert wird. 
Der elektrische Bleichapparat besteht aus einem Stahlgehäuse mit einem 
Hochspannungstransformator. Mit letzterem wird der in jedem Betrieb vor­ 
handene elektrische Strom so hoch gespannt, daß er zwischen zwei Polen 
durch die Luft überspringt, wodurch andauernd sich Funken bilden. 
Wenn man durch diese Funken gewöhnliche Luft durchbläst, so entsteht 
aus diesen Funken und der durchgeblasenen Luft ein Flammbogen, wobei 
die Luft verbrennt und die beiden in der Luft enthaltenen Gase, Sauerstoff 
und Stickstoff, gegenseitig eine chemische Verbindung eingehen und das blei­ 
chend wirkende Gas ,,Stickstoffperoxyd“ entsteht. Man führt also die durch 
ein kleines Gebläse von außen angesaugte und filtrierte Luft, die in einer 
Luftpumpe auf 1.2 Atm. verdichtet wird, in einen genau regulierbaren Luft­ 
strom durch eine zwischen zwei Kupferelektroden künstlich erzeugte Funk­ 
strecke hindurch und erzeugt so fortwährend das genannte Bleichgasgemisch. 
Das Wesen der Bleichung besteht nun darin, daß dieses Gas dem Mehle 
zugeführt und mit diesem innig vermischt wird, wobei dieses Bleichgas 
auf die mehlfärbenden Stoffe, das ist hauptsächlich das im Mehlfett enthal­ 
tene Carotin, sehr stark oxydierend einwirkt, wodurch die Mehle künstlich 
gealtert und heller erscheinen. Vordermehle lassen sich dabei stärker auf­ 
hellen wie dunklere Hintermehle, weil sich die in letzteren zahlreicher vor­ 
kommenden feinen Kleieteilchen nicht bleichen lassen. 
Durch die elektrische Mehlbleichung findet außer der Aufhellung des 
Mehles auch noch eine Art Sterilisation der so behandelten Mehle statt, in­ 
dem die in jedem Mehle enthaltenen kleineren Mikroorganismen in ihren 
kleinsten Spuren schon vernichtet werden, wodurch diese Mehle wesentlich 
länger gelagert werden können, ohne daß sie erkranken und muffig werden. 
Das Kent-Jones-Verfahren (Kent-Jones, Dover). 
Bei diesem Verfahren, das eigentlich mehr einer physikalischen Mehl­ 
behandlung gleichkommt, werden nicht die ganzen Mehle, sondern nur einige 
hintere Passagenmehle, welche einen besonders schlechten, fließenden Kleber 
haben, durch Einwirkung von Hitze sozusagen denaturiert. Damit bezweckt 
man vor allem, die in diesen Mehlen besonders aktivierten Enzyme, die ja 
hauptsächlich aus den Randzellen des Kornes kommen, zu hemmen und ihre 
Wirksamkeit im Gesamtmehle während der Teigführung aufzuheben, so daß 
sie nicht mehr schaden können. .528
	        
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