heißen Backofen fest, wodurch eine gute und gleichmäßige Verkleisterung
der Stärke gesichert und die Bildung der gefürchteten Wasserstreifen oder
ein Abbacken bei auch solch schwachen Mehlen sehr weitgehend verhütet
werden kann. Der Zusatz des Risofarin erfolgt sowohl bei Sauerteigführung
wie bei Hefeführung zum Teigmachen. Man rechnet dabei pro Liter Teig
flüssigkeit 2—4 dkg Risofarin zu gewöhnlichem Brot und 4—6 dkg bei
Milchgebäck.
2. Kartoffelwalzmehl. Kartoffelwalzmehl ist ebenso wie Kartoffelstärke
ein Erzeugnis aus Kartoffeln. Im Gegensatz zu Kartoffelstärke wird Kar
toffelwalzmehl bei seiner Herstellung einem Kochprozeß unterworfen. Zu
seiner Herstellung werden die Kartoffeln sauber gewaschen und geputzt und
in großen Druckkesseln mit überhitztem Dampf abgekocht. Die breiartige
zerkleinerte Masse wird dann zwischen zwei mit Dampf geheizten Stahl
walzen gepreßt, wobei eine fast augenblickliche Trocknung und Verkleiste
rung vor sich geht. Die dabei anfallenden Flocken werden zu beliebig
feinem Mehle aufgelöst, wobei die Schalenteile durch Sichtung weitmöglichst
entfernt werden.
Die guten Mehle sind fast stippenrein und haben einen zartgelblichen
Unterton; die schalenreicheren Kartoffelwalzmehle haben eine weniger gute,
bräunlichgelbe Farbe und sind durchsetzt mit feingemahlenen Schalenstippen.
Das Kartoffelwalzmehl bindet ebenfalls sehr viel Wasser, besonders die
helleren, schalenfreien Mehle.
Die dunkleren Mehle haben allerdings den Nachteil, daß auch die
Schalenteilchen Wasser binden beim Einteigen, dieses aber wieder während
der Stückgare abgeben und nicht vollständig zu binden vermögen, so daß
hier oftmals fließend schmierige Teige und zu feuchte unelastische Krume
nicht ganz vermieden werden können.
3. Die Kartoffelstärke. Auch diese ist ein beliebtes wasserbindendes
Backhilfsmittel. Man gewinnt sie durch Waschen, Schlemmen und Trock
nen der rohen Kartoffel. Dadurch zeigt diese ein ganz anderes Verhalten
als die verkleisterten Quellmehle. Bei Zugabe von Kartoffelstärke findet
während des Teigmachens keine plötzliche Wasseraufsaugung statt. Die
Stärke quillt hier genau wie die des Brotmehles. Erst im heißen Backofen,
unmittelbar vor der Verkleisterung wird das Wasser gebunden, was je nach
der Beschaffenheit des Teiges Vor- und Nachteile nach sich ziehen kann.
Die nun auf einmal im heißen Ofen auftretende starke Wasserbindung,
welche der Kartoffelstärke eigen ist, trocknet gerne die Krume zu sehr aus,
wodurch diese zu trocken wird und Risse zeigt. Solches Brot wird dann
vorzeitig alt und spröde.
In der Praxis hat sich bei Anwendung von Kartoffelpräparaten als vor
teilhaft erwiesen, Kartoffelwalzmehl in Kombination von Kartoffelstärke
anzuwenden, besonders bei Verwendung dunklerer Mehle. .538