10 Tonnen Tagesleistung auf Pneumatik umgebaut. Schon im Jahre 1945
wurde auf Grund der guten Erfahrungen in die erste größere automatische
Mühle der Fa. Eggli & Co., Pfäffikon bei Zürich, anläßlich eines
größeren Umbaues in dieser Mühle die pneumatische Förderung versuchsweise
eingeführt. In den folgenden Jahren wurden mehrere andere
Mühlen in der Schweiz zur vollen Zufriedenheit auf die pneumatische
Förderung umgestellt. Während beinahe der gesamte übrige europäische Kontinent
damals im furchtbarsten Völkerringen aller Zeiten lag, war in der
Schweiz der geeignete Boden für weitere Versuche und Forschungen auf
diesem Gebiete und wenn auch manche Kinderkrankheit in der Mühlenpneumatik
behoben werden mußte und wir auch heute noch bestimmt nicht
am Ende der Verbesserungsmöglichkeiten angelangt sind, so darf doch heute
bereits mit voller Überzeugung gesagt werden, daß die pneumatische Förderung
in der Mühle der Gegenwart ihren Siegeslauf durch die Mühlen in
aller Welt angetreten hat. Auch in Deutschland haben sich namhafte Mühlenfachleute
seit 1948 mit der pneumatischen Förderung des Mahlgutes
ernstlich befaßt und im vergangenen Jahr sind auch in Deutschland zahlreiche
pneumatische Mühlen gebaut worden, die sehr gut arbeiten.
Die pneumatische Förderanlage der Mühle besteht im wesentlichen aus
den Saugröhren, welche von den einzelnen Anfallstellen, zum Beispiel Walzenstühlen,
Sodermühlen, Mahlgängen usw., wegführen und auf die hiezu
gehörenden Abscheider münden, die aus kleinen Spezialzyklonen bestehen;
ferner einer gemeinsamen Ableitung, in welche die Abscheider anschließen,
einem gemeinsamen Sammelexhaustor (Hochdruckgebläse), einem Nachabscheider,
einem Filter mit je nach Filterart noch einem Niederdruckgebläse.
Außerdem gehört zu jedem Abscheider eine Schleuse, die das Eindringen
von Falschluft verhindert und das ausscheidende Fördergut in ununterbrochener
Folge weiterführt und ableitet auf die unmittelbar darunter liegenden
Sichter oder auch andere Abgabestellen. In der Regel werden sechs bis acht
Passagen zusammengeschlossen zu einer sogenannten Batterie. Die zu einer
Batterie gehörenden Schleusen werden gewöhnlich über eine gemeinsame
Welle angetrieben. Abscheider, Schleusen, Exhaustoren und Filter befinden
sich in der Regel fast immer über den Sichtern im Dachgeschoß.
Die pneumatische Förderung des Mahlgutes erfolgt grundsätzlich so, daß
mit Hilfe des hochtourigen Sammelexhaustors das jeweilige Fördergut von
den einzelnen Anfallstellen, von welchen jede ihre eigene Rohrleitung hat,
angesaugt und in diesen ärodynamisch sorgfältig berechneten, nahtlos gezogenen
Metallröhren, wagrecht wie senkrecht bis in das oberste Stockwerk
des Mühlengebäudes auf die jeweils passageeigenen Abscheider getragen
wird. Auf diesen letzteren vollzieht sich für jede Rohrleitung gesondert
die Trennung des Fördergutes von der Transportluft in ganz ähnlicher
Weise wie bei der pneumatischen Getreide-Saugluftförderung auf dem
Rezipienten. Die Ausscheidung einer guten Anlage ist erstaunlich, doch enthält
die ausscheidende Transportluft immerhin noch geringe Mengen feinster
Mehlteilchen. Zur letzten Ausscheidung wird die noch nicht ganz mehlfreie 43