zu hoch sein, denn allen Vollkornschroten ist eigen, daß sie erheblich mehr
natürliche Nährsalze von Natur aus in sich haben als die helleren Auszug
mehle und daher weniger Salzzugabe verlangen. (Man rechnet bei Voll
kornbroten mit einem Prozent des Mehlgewichtes als erforderliche Salz
menge.)
Beispiel für ein direkte Führung
3 Kilogramm frischer mittelfeiner Vollkornschrot aus gesundem, gut
gereinigtem Weizen werden mit 2 Liter Wasser, von welchem auch ein
Drittel Milch sein kann, 30 Gramm Kochsalz und 25 Gramm gesunder,
frischer Hefe eingeteigt. Die Temperatur der Schüttflüssigkeit soll im Win
ter 34—38 Grad, im Sommer dagegen nur 30—32 Grad C haben. Die
für das gute Gelingen des Grahambrotes beste Teigtemperatur sind etwa
30—32 Grad und auf diese Temperatur ist die Teigflüssigkeit einzustellen.
Man löst zuerst in der Schüttflüssigkeit das Salz und erst dann die Hefe.
Niemals aber Salz und Hefe gleichzeitig zum Schüttwasser nehmen. Auch
nicht das Salz trocken über den Teig streuen. Der Teig wird mehr weich
gehalten, weil er durclr Nachquellen sehr stark auftrocknet und nachzieht,
und muß vor allen Dingen gut, also sehr intensiv und lange geknetet wer
den. Man läßt ihn nun innerhalb einer Stunde in Ruhe sich entwickeln und
stößt vor dem Auswiegen noch ein bis zweimal kräftig zusammen. Für jene
Betriebe, die an eine Vollkornschrotbäckerei nicht gewöhnt sind, muß noch
mals darauf hingewiesen werden, daß der Zuguß bei den Vollkorn-Schrot
mehlen wesentliclr höher gehalten werden kann als bei normalen Mehlen.
Fühlt sich der Teig zu fest an, so genügt ein leichtes Bespritzen mit warmem
Wasser, um ihn zu verbessern. Ein guter Teig, der in Ordnung ist, muß
sich elastisch und locker anfühlen.
Die Grahambrote, und das gilt übrigens auch für alle anderen Vollkorn
brote, werden am vorteilhaftesten in Blechformen gebacken. In der Stein
metz-Broterzeugung ist sogar die Verwendung patentierter emaillierter
Blechformen vorgeschrieben. Es genügen aber auch einfache, der Brotgröße
von meist 500 Gramm entsprechende, genietete Schwarzblechformen mit
leicht konisch aufsteigenden Seitenwänden, die von jedem Spengler hergestellt
werden können. Die Formen werden vor der Benutzung jeweils gründlich
gereinigt, leicht erhitzt, mit einem Fettlappen ausgestrichen und gestäubt.
Die Teigstücke, die der Teigform entsprechend gewirkt werden, kommen
unmittelbar nacli Aufarbeitung des Teiges mit dem Schluß nach unten in
die gestäubte Form.
Vor dem Einschießen werden die Brote mit einem weichen, ins Wasser
getauchten Pinsel gestrichen. In den Blechformen läßt sich sicherer eine
gute Gare abwarten und die Teige können auch etwas weicher gehalten
werden, wodurch letzteres nicht nur eine bessere Kalkulation ergibt, sondern
auch noch zur besseren Aufschließung der im Vollkornbrot so reichlich 568