Hautdecke, welche das ganze Teigstück umhüllt, erstarrt, was besonders
bei einem etwas scharfen Ofen sehr rasch vor sich geht. Jetzt aber kann bei
weiter zunehmendem Druck das Auflockerungsgas nicht mehr entweichen,
weil die Außenseite des Brotes als Rinde bereits eine undurchlässige feste
Form angenommen hat. Ein Teil dieses Triebgases mit dem noch vorhan
denen Wasserdampf drückt im Bestreben, einen Ausweg zu finden, an die
Oberfläche des Brotes und durch diesen immer mehr zunehmenden drücken
den Auftrieb nach der Decke des Brotes reißt auf einmal die noch weiche
Krume von der festen Kruste ab und senkt sich nach unten gegen den Boden
zu etwas ein, wodurch dann diese unschönen Hohlräume zwischen Kruste
und Krume entstehen. Die Ursache dieses Fehlers kann schon ganz vorne
bei der ersten Stufe der Sauerteigführung liegen und beim 1. oder 2. Ansatz
entstanden sein oder ebensogut bei der letzten Stufe der Vermehrung, dem
Vollsauer, seinen Ausgang nehmen. Wie die Erfahrungen aus der Praxis
hinreichend zeigen, muß jede einzelne Stufe der Sauerteigführung seine volle
richtige Reife erreichen. Wärmeres Schütten und längeres Stehen einer fol
genden Stufe können zwar den Mangel der richtigen Reife aus der Vorstufe
etwas abschwächen und mildern, aber nicht aufheben. Es besteht hier eine
unabänderliche Gesetzmäßigkeit, daß, wenn ein Triebansatz nicht vollständig
reif geworden ist, so werden die nachfolgenden alle und zuletzt der Haupt
teig selbst schwachgärig und dann kommt es eben zu erwähntem Brotfehler.
Abb. 188.* Brolfehler durch zu jungen Sauer. Der Teig ist ungenügend vorgequollen
und reißt während der Stoffumsetzung im heißen Backofen, sobald der Druck der Cä-
rungsgase zunimmt.
Um den beim Backen im heißen Ofen sich bildenden Gasen und Wasserdämpfen
Austritt aus dem Brot zu ermöglichen und ein Abbacken möglichst zu vermeiden, werden
die garreifen Teigstücke unmittelbar vor dem Einschießen und dem Bestreichen mit
Wasser auch gestupft.
Eine weitere Ursache dieses Abbackens der Rinde und das Bilden von Wasserstreifen
kann aber auch an durch Auswuchs gechädigtem Mehle liegen. Ebenso zeigen sich Fehler
des Abbackens durch zu starke, manchmal auch durch zu schwache Oberhitze.
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