Die Einführung der pneumatischen Mühle hat bereits revolutionierende
Umwälzungen sowohl in der Mühlenbauweise wie auch in der Diagrammgestaltung
nach sich gezogen und solche Betriebe mit pneumatischer Mahlgutförderung
sind heute geradezu Musterwerke der Mühlenbautechnik. In
großen, lichten und vor allem staubfreien und sauberen Räumen arbeiten
sinnvoll konstruierte Maschinen mit wenig Geräusch.
Der in den älteren Mühlen noch vorhandene Wald von Holzröhren und
Elevatorenschläuchen, von Aspirationskanälen und Schneckentrögen, die den
meisten Platz in der Mühle versperren, sind in diesen neuen Anlagen verschwunden.
An deren Stelle sind einfache, nahtlose Stahlröhren, in welchen das Fördergut
einmal durch seine eigene Schwere nach abwärts oder aber mit bewegter
Luft in umgekehrtem Weg nach oben befördert wird. Nahezu überall in
solchen neuzeitlichen Betrieben finden wir im Anstrich leichtmachende, gefällig
wirkende Farben, die sich harmonisch einpassen und dem ganzen
pneumatischen Mühlenbetrieb von heute das Gepräge blendender Sauberkeit
geben.
Selbst die vielen Vorgelege und Transmissionen, die schon so oft tödliche
Unfälle verursacht haben, sind fast gänzlich verschwunden und durch
Einzelantriebe oder gekapselte Gruppenantriebe ersetzt. Auch die einzelnen
Maschinen werden heute bereits weitgehend in ihren Armaturen gekapselt
und wirken in ihrer Stromlinienform nicht nur sehr gefällig, sondern erleichtern
dem Bedienungspersonal auch die Reinigungsarbeit und die Reinhaltung
der Maschinen. Siehe Abbildung 39 auf Seite 44.
DIE KLEIESCHLEUDER
Fast gleichzeitig mit der pneumatischen Passagenförderung nahm auch
die Kleieschleuder ihren Siegeslauf durch die Mühlen und von ihr wurde
die Kleiebürste, ähnlich wie bei der Pneumatik, der Elevator beinahe völlig
verdrängt.
Die erste Kleieschleudermaschine wurde bereits im Mai 1930 durch Edgar
Forster in Amerika zum Patent angemeldet und diese Maschine hat sich in
ihrem Prinzip praktisch kaum wesentlich verändert.
Die Arbeitsweise der Kleieschleuder ist so, daß mit Hilfe von geteilten
Schlägern aus Metall, welche an einer Rotorwelle in vier Schlägerreihen
und acht Schlägern, auf 800 mm Länge verteilt, in einem Siebmantel mit
großer Geschwindigkeit rotieren.
Die Kleie oder auch bisweilen die hinteren Schrote, welche in die Maschine
einlaufen, werden von den Schleuderstäben erfaßt und mit großer
Geschwindigkeit und starker Schleuderwirkung gegen den Auslauf der
Maschine zu getrieben. Durch die schnelle Bewegung und die wiederholte 53