rötlichbrauner Farbe. Beliebt vor allem wegen der glasigen Struktur des
Mehlkörpers im Korninnern und der dadurch bedingten Möglichkeit einer
hochprozentigen Ausbeute an griffigen Mehlen von hohem Mischwert.
Sein Ruf wie auch seine Mehle waren einmal so gut, daß noch Jahr
zehnte später, als Ungarn wegen der Veränderung auf dem Weltgetreide
markt seine Rolle als Exporteur längst schon an die bekannten Übersee
länder mit noch unverbrauchten Bodenreserven abzutreten gezwungen war,
große Handelsmühlen außerhalb Ungarns ihre besten Auszugsmehle immer
noch als ,,Ungaria“ bezettelten.
Während des ersten Weltkrieges und in den darauffolgenden Jahren sank
dann aber die Qualität und mit ihr der Ruf des ungarischen Weizens immer
tiefer. Im Jahre 1929 erreichte er bereits einen solchen Tiefstand, daß er
allgemein kaum mehr viel höher eingeschätzt und bewertet wurde, wie die
Durchschnittsweizen der west- und mitteleuropäischen Anbaugebiete.
Allerdings hat sich in den Jahren unmittelbar vor dem zweiten Weltkrieg
die Qualität des ungarischen Weizens wieder ganz wesentlich gebessert.
Durch die schlechten Erfahrungen, welche man in Ungarn mit den unbe
friedigenden Weizenqualitäten damals machte, gab man sich auch dort alle
Mühe, die schlechten und ungeeigneten Weizensorten vom Anbau auszu
scheiden und durch Aussaat bewährterer Sorten, besonders der erprobten
Qualitätssorte ,,Bankuti“, den alten Ruf des ungarischen Weizens wieder
zurückzuerobern. Sehr großen Schaden verursachte die Getreideblattwanze.
Besonders in den Jahren zwischen 1928 und 1932 waren ganze Partien
ungarischen Weizens sehr stark wanzenbeschädigt, wodurch sein Ruf damals
noch mehr zu leiden hatte.
Die bekanntesten Anbaugebiete für gute Qualitätsweizen, nach welchen
die Exportweizen auch benannt sind, heißen: Oroshaza, Mözetur, Kondoros,
Csarvas, Magyszenas, Kisszenas, Fürged, Miskolcz, Pusztapo, Sarospatak,
Arpadhalom und besonders auch noch die Anbaugebiete südlich der Theiß.
6. Australischer Weizen (Viktoria, South Western, Neu-Südwales)
Der australische Weizen ist dem Chileweizen nahe verwandt und wie
dieser meist weiß, mehlig, weich bis mittelhart und kleberarm. Er ist allge
mein sehr trocken und ergibt eine gute Mehlausbeute. Mahltechnisch ge
sehen, gilt er als der beste Weizen, doch ist seine Backfähigkeit ungenügend,
weil er kleberarm ist; er findet mit Vorliebe als Mischweizen zum Bei
mischen zu kleberreichen Weizen Verwendung. Für uns jedoch hat er wenig
Bedeutung. Seine Erntezeit fällt auf Dezember und Jänner.
7. Kleinasiatischer Weizen
Dazu gehören die ägyptischen und persischen Weizen. Sie alle sind fast
ausnahmslos weich bis halbhart und zuweilen ziemlich stark verunreinigt. 75