spiel Manitoba) kann eine voll befriedigende Backfähigkeit in den Mehlen
erlangt werden.
Durch das Bestreben, sich von der Weizeneinfuhr aus dem Auslande
unabhängig zu machen, versuchte man auch bei uns durch züchterische Ver
besserung und Kreuzung mit anderen Weizen die durchwegs schwachen In
landweizen zu verbesseren, also manitobaähnlicher zu machen und nicht nur
in der Ertragsmenge, sondern auch in der qualitativen Beschaffenheit des
einheimischen Weizens weiterzukommen. Dank dieser Bemühungen seitens
der korndlbauenden Landwirte und der ihnen zur Seite stehenden landwirt
schaftlichen Saatzuchtanstalten, wurden im Verlaufe der Jahre bemerkens
werte Fortschritte erzielt und Weizenqualitäten herausgebracht, die nicht
nur allein mehr vom Standpunkte der Ertragsmenge, sondern auch nach
backtechnischer Richtung hin weitaus besser befriedigen.
Durch die vielen Kreuzungen kamen aber im Verlaufe der Jahre soviele
Weizensorten auf, daß man sich allgemein nicht mehr zurechtfinden konnte
in dem Durcheinander der verschiedensten Sorten. Ein Saatgutgesetz machte
sodann, wenigstens in Deutschland, diesem Sortenwirrwarr ein Ende. Dar
nach wurden nur mehr 6 Sommer- und 12 Winterweizensorten bedingungs
los zugelassen. Eine weitere beschränkte Anzahl von Sorten ist noch
bedingt zugelassen, das heißt diese werden für bestimmte Anbaugebiete
als anbauwürdig befunden. Um die Bewertung und Standardisierung der
■ einheimischen Weizen hat sich in den vergangenen Jahren eine große
Anzahl von ernsten Fachleuten bemüht, wobei alle nur erdenklichen Bewer
tungsmethoden in chemischer und physikalischer wie auch in müllerischer
und vor allem backtechnischer Hinsicht angewandt und ausprobiert wurden.
Vom züchterischen Standpunkt aus unterscheidet man heute im wesent
lichen drei Qualitätsgruppen von Weizen, es sind dies die Gruppen A,
B und C.
Zur Gruppe A gehören die besten und kleberstärksten Weizen. Sie haben
den höchsten Mischwert und eigenen sich zum Aufbessern geringerer Qua
litäten. Dazu gehören die Weizen, welche eine Testzahl haben, die über
60 steht. (Über Testzahl siehe in späterer Folge.)
Weizen, deren Mehle in jedem Falle noch gute Gebäcke ergeben, auch
ohne daß sie mit einem Weizen der Gruppe A aufgemischt werden müssen
und deren Testzahl zwischen 30 und 60 liegt, zählen zur Gruppe B.
Alle anderen Weizen mit einer Testzahl von unter 30, deren mangelhafte
Kleberbeschaffenheit ein Mehl ergibt, das für sich allein verbacken ein
unbefriedigendes Backergebnis zeitigen müßte, ergeben die Gruppe C.
Die Weizen der Gruppe C kennzeichnen sich meist schon durch geringes
Hektolitergewicht, weichen mehligen Bruch, wenig und nur schwachen
Kleber und geringe Wasseraufnahme.
Um ein befriedigendes Gebäck zu erhalten, müssen solche Weizen, bzw.
deren Mehle mit Mehlen aus der Gruppe A aufgemischt werden. 77