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Full text : Vom Getreide zum Brot

im Juli: Österreich, Süddeutschland, Schweiz, Ungarn, Tschechoslowakei,

 Bulgarien und Südrußland,

im August: Mitteldeutschland, Rußland, England, Belgien und

Nordamerika,

im September: Schweden, Norwegen, Westkanada und Schottland,



im Oktober: Alaska und Nordkanada,

im November: Peru und zum Teil auch Südafrika und

im Dezember: Argentinien.

Getreidemischung und Mischungsbeispiele

In der Müllerei wird selten eine Sorte Weizen oder Roggen für sich
allein verarbeitet. Jeder erfahrene Fachmann weiß, daß eine Sorte Getreide,
und das gilt besonders bei Weizen, nie oder nur in den wenigsten Fällen
ein Mehl ergibt, das das Höchste aller guten Backeigenschafter, in sich birgt.
Das ist umso verständlicher, wenn man weiß, wie unterschiedlich die einzelnen
 Sorten in Bezug auf Wasseraufnahme, Kleberanteil und Klebergüte
 und damit Gashaltevermögen und schließlich auch noch Triebkraft
sind, ganz abgesehen von den preislichen Unterschieden.

Aber selbst die besten Weizen der Welt würden, unvermischt vermahlen
und verbacken, Ergebnisse zeitigen, die keineswegs allgemein befriedigen
könnten. Einmal hätten wir bei einem kleberreichen Weizen, zum Beispiel
Manitoba, zuviel an Kraft und Widerstandsvermögen im Teige. Das während
 der Gare sich bildende Triebgas würde nicht ausreichen, um die
starken, zähen Kleberhäutchen genügend aufzublasen. Die natürliche Folge
davon wäre ein nicht genügend gelockertes, schlecht voluminöses Gebäck.

Im Gegensatz dazu würde ein Weizen mit zuwenig und schwachem Kleber
das Triebgas der Gärung nicht zu halten vermögen. Die Kleberhäutchen
würden bei geringster Beanspruchung reißen und die Gärungskohlensäure,
die für die gute Auflockerung und das schöne Volumen so notwendig ist,
würde nach außen entweichen und das Teigstück breitlaufen.

Bei der einen Weizensorte wieder wäre die Triebentwicklung wegen des
Mangels der nötigen Nährstoffe für die Hefe zu schwach und der Teig zu
schwer und der Gärverlauf schleppend und schlecht; bei einer anderen dagegen
 wieder die Triebkraft im Verhältnis zum Gashaltevermögen des
Klebers viel zu stark.

In jeder gutgeführten Mühle ist man daher bestrebt, möglichst passende,
in seinen Eigenschaften sich ergänzende Sorten zusammenzumischen, um das
Beste des jeweilig verlangten Qualitätsstandards in den zu ermahlenden
Mehlen schon vorweg in der Getreidemischung zu sichern. Dabei spielt
Brauch und Gewohnheit der Kundschaft des betreffenden Absatzgebietes
eine große Rolle. So wird, normale Zeiten vorausgesetzt, in der einen
Gegend von den Bäckern ein sehr kräftiges, widerstandstarkes Mehl mit 82
            
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