waren die Blutsopfer dieser Bekehrung, doch muß das hohe Ziel Karl des
Großen - Einigung aller deutschen Stämme (Jdee des Kaiserreiches) -
anerkannt werden.
Aber erst dem Sachsenkaiser Heinrich I. gelang es, diese große Aufgabe zu
erfüllen und so zum Gründer des Ersten Deutschen Reiches zu
werden. Wenn nun aber auc die Einigung aller deutschen Stämme zu
einem einzigen Reiche gelungen war, so sollte dieses Reich doch nicht zur
Ruhe kommen.
Der ständige Kampf zwischen Kaiser und Papst, der das Tittelalter er-
füllte, machte dem Reiche viel zu Schaffen. Zwistigkeiten zwischen den
deutschen Fürsten und Anruhe im deutschen Volke waren die Folge. Es
gab Kaiser und Gegenkaiser, Papst und Gegenpapst. Niemand wußszte,
wer Recht, wer Anrecht hatte. Die einzelnen Reichsfürsten waren nur
auf ihr eigenes Interesse bedacht und besonders die von den Habsburgern
betriebene Hausmachtpolitik schädigte die Einheit des Reiches aufs schwerste.
Auc die Reformationsbewegung Martin Luthers brachte nur neuen
Zwiespalt. Seine große Jdee - die dem Papsttum jede weltliche macht
abspricht - teilte das deutsche Volk in zwei Lager. Sie Katholiken - hie
Protestanten! Not und Elend waren nun die wahren Herren Deutsch-
lands und der dreiszig Jahre tobende Krieg schloß mit dem vollständigen
Zusammenbruch des Reiches. Es wurde zum Spielball in der Hand
fremder Tächte. Deutschland verlor die Niederlande und die Schweiz;
es wurde in Kriege mit den Türken und Franzosen verwickelt. Alber auc
die beiden sic entwickelnden Großmächte, Preuszen und Oesterreich, standen
gegeneinander im Kampf um Schlesien, in dem Friedrich der Grosze über
seine Gegnerin Maria Theresia Sieger blieb. Doc selbst in dieser Zeit
gröszter Uneinigkeit stand Deutschland im Kampfe gegen Jeinen gewaltigsten
Gegner - Napoleon - zusammen. Als aber dann im Jahre 1813 endlich
der Sieg errungen wurde. Scheiterte die Jdee dieses ganzen Freiheits-
kampfes - Einigung des Reiches - am Widerstand der deutschen Fürsten.
Die erste Erhebung Deutschlands war gescheitert, genau so wie später die
zweite Erhebung im Jahre 1848 zum Scheitern verurteilt war.
Erst Fürst Otto von Bismarc gelang wieder die Einigung des Reiches.
Allerdings nur im kleindeutschen Sinn, das heiszt ein Deutschland ohne
Hesterreich. Om Jahre 1871 wurde im Spiegelsaal zu Versailles das
Zweite deutsche Reich verkündet.
Wie der heutige Krieg, war auc schon der Weltkrieg von Deutschlands
Gegnern angezettelt worden. Genau so wie aber Deutschland hundert
Jahre früher einmütig gegen Napoleon kämpfte, so stand es auc 1914
in einer Front gegen seine Gegner. Der vierjährige Heldenkampf gegen
eine ganze Welt von Feinden ging durch das Versagen der Heimat ver-
loren und der Schmachfriede durch das Diktat von Versailles brachte neue
Tot und neues Elend über das Reich. Vierzehn Jahre währte die Schmach,
lastete die schwere Faust der Feindmächte auf einem Deutschland, das sic
selbst aufgegeben zu haben schien. Aus dem verlorenen Weltkrieg aber
war ihm ein Mann erstanden, der all die Jahre nicht ruhte und das deutsche 13