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Full text : Vorwärts - Aufwärts. Betriebszeitung der Textilwerke Schindler und Cie. Bregenz-Kennelbach

Kcieasweihnachten 1940

Sum zweitenmale seit Beginn unseres Ringens um Deutschlands Freiheit
und Ehre, feiern wir Weihnachten, das Fest des Lichtes und des Lebens.

Wieder einmal hat die Sonne den Kreislauf ihrer Bahn vollendet und ihren
tiefsten Stand erreicht. Sun steigt sie empor aus dunkler stacht, hell und
strahlend, als Künderin neuen Lebens. Aeberwunden sind die finsteren Gewalten
 der Unterwelt und junges Wachstum regt sich unter Schnee und Eis,
gleichsam Symbol des ewigen „Stirb und Werde", das auc unserem Glauben
 Halt und Stütze ist.

And wenn wir sonst zur Sonnenwende an den lodernden Flammen standen,
in gläubiger Zuversicht entgegenjubelnd dem neuen Frühling, dem neuen
Aufstieg unseres Polkes, so wollen wir in diesem Jahr - das, wie das Vorfahr
 schon, der Freudenfeuer auf Sergen und Halden entbehren muß - selbst
Träger eines Feuers fein, das mit heller, unlöschbarer Flamme in unseren
Herzen leuchtet und Deutschland in feinem größten Kampf zum Siege führen
wird.

leben und Tod, Vergangenheit und Zukunft! - Gegensätze find es und doch
ein untrennbares Ganzes. Es kann nur sterben, was geboren wurde und
auf Gewesenem baut sic die Zukunft auf! - Das foll uns Mahnung fein,
auch derer zu gedenken, die vor uns waren und deren Blut in unseren Adern
fließt. Sie waren es, die uns die Kraft zum Leben gaben und die für uns
und unseres Volks Bestand gekämpft haben. Jetzt ift die Reihe an uns,
die heilige Pflicht des Blutes zu erfüllen, auf überkommenem Erbe die
Deutsche Zukunft aufzubauen.

Wir stehen nicht allein in dieser Welt. Wit find ein kleines Reis, ein
Zweiglein nur am Lebensbaume unseres großen Voltes, mit dem wir auf
Gedeih und Verderb verbunden find, mit dem wir blühen und leben oder
verdorren und sterben werden Unser ganzes Denken und Handeln, unser
ganzes Leben und Sterben, kann und muß daher nur unterem Volte
gehören.

Auc heuer wieder werden überall die Lichter an der Weihnachtstanne
brennen. Während aber sonst die ganze Familie um den Lichterbaum verfammelt
 war, ift diesmal der festliche Kreis in vielen Häusern kleiner geworden.
 Väter und Söhne, Männer und Brüder stehen draußen an den Fronten,
 um den Feinden die Stirne zu bieten, zum Schutze der Heimat. Sie
liegen verwundet in Spitälern und Lazaretten, oder haben ihr Leben
gelassen, im Kampfe um Deutschlands Bestand und kehren nimmer wieder.
Darum fliegen unsere Gedanken hinaus in die Fernen, wo unsere Soldaten
über Deutschlands Sicherheit wachen und wir gedenken in Ehrfurcht der
toten Helden, die alles geopfert für die Zukunft kommender Geschlechter. 2
            
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