Soldatenbriefe.
Auc diesmal wieder sind von unseren eingerückten Arbeitskameraden zahlreiche Briefe
und Karten eingelangt. Manche von ihnen haben sogar zwei- und breimal geschrieben.
Ich sage allen, die mir geschrieben haben, dafür recht herzlichen Dank.
Dr. Fritz Schindler.
Es schrieben:
Solbat Bauer Julius, Solbat Bertsch Otto, Gefr. Buchhammer Ernst, Gefr. Bilgeri
Ludwig, Solbat Böckle Eduard, Solbat Böhler Josef, Solbat Dreier Fridolin, Gefr.
Feszler Josef, Gefr. Fischer Josef, Solbat Flatz Ludwig, Gefr. Fortunato Jori, Solbat
Halder Josef, Solbat Klocker Bertram, Gefr. Kugler Adolf, Ulffz. Madelmayer Karl,
Gefr. Mangele Erwin, Feldwebel Mauritz Emil, Gefr. Metzler Frz. Naver Gefr. Nusz-
baumer. Solbat Schwei Valentin, Solbat Tomaselli Josef, Gefr. Wäger Johann.
Gefr. Bilgeri Ludwig schreibt unter anderem:
— Ich fann nicht Jagen wo ic bin ober wohin es weiter gehen wirb. Ss ift uns
aber auch gleichgültig, welcher Weg eingeschlagen wirb, denn für uns führen alle Wege
zum Ziel, zum enbgültigen Sieg, zum endgültigen Frieden. Jeder einzelne von uns
sehnt sich geradezu nach einem Kampf, benn bamit fommen wir auch bem Frieden
näher.
Vor nun einem Jahr erhielt ich die Feuertaufe am Westwall im fogenannten Nie-
mandsland, wo leider auch ein paar Kameraben ihr Leben für bie liebe Heimat lassen
muszten. Meine zweite Bewährung machte ich im Feldzug durch Belgien unb Frank-
reich mit, an ber Maas, Somme unb an ber Aisne; alfo habe auch ich ein ganz wenig
Anteil am Gelingen unferes groszen Sieges. Ich bin stolz barauf, babei gewesen zu
fein unb hoffe nun auch bald wieber, mich an einer anberen Front zum Kampfe stellen
zu können, ber uns alle bann zum enbgültigen Siege führen wird.
Auch bie Heimat trägt zu diesen stolzen Unternehmungen viel bei, benn burch unfere
Lieben in ber Heimat würbe uns im Felde sehr viel geholfen. Bieles mürbe uns leichter
gemacht, unb wenn es oft ausfah, daß es gar nicht mehr gehen wollte, bann war es
wieber ein Brieflein ober oft auch nur ber blosze Gedanke an feine Lieben, an bie schöne
Heimat, bie ben Kämpfer wieber lachen machten, das er feine Müdigkeit vergaßz, baft
er wieber neuen Kampfgeist hatte. ...
Solbat Klocer Bertram schreibt unter anberem:
— Ich habe Sure Betriebszeitung jeben Monat pünktlich erhalten. So auch diesen
Monat unb banfe ich Euc recht herzlich dafür. Es freut mich jedesmal, wenn ich die
Betriebszeitung erhalte, wenn ich lesen fann, wie es im Betrieb zu- unb hergeht. Denn
auch wir an ber Front möchten gerne wissen, was in ber Heimat gefchieht unb was
gemacht wird ...
Solbat Halder Josef schreibt unter anberem:
— Endlich fomme ich dazu. Ihnen einige Zeilen zu schreiben. Es freute mich riefig,
als ich hörte, baft auf Ihre Veranlassung hin meine Diente aufgebeffert würbe. Meinen
aufrichtigsten Danf für Ihr Wohlwollen mir gegenüber.
Ebenfalls möchte ich mich für ben 3. B., Betriebszeitung unb bie Zigaretten bebanten.
Auch meine Kameraben haben eine grofte Freude, biefe Zeitung zu lesen.
Seit meinem letzten Urlaub habe ich wieder eine grofte Fahrt hinter mir. Wo wir jetzt
finb, ift schon alles mit Schnee bedeckt unb schon recht falt. Aber was immer auch
fommen mag, wir halten aus. Denn für unJere liebe Heimat ift uns nichts zuviel.
Solbat Dreier Fridolin schreibt unter anberem:
— Mit grofter Freude habe ich heute wieder Ihre Betriebszeitung erhalten, wofür ich
Ihnen recht herzlich banfe. Ich bin jetzt im hohen Norden, in einem ganz einfam
stillen Oertlein, ba freut man fich befonbers, wenn man von ben Arbeitskameraden in