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Full text: Vorwärts - Aufwärts. Betriebszeitung der Textilwerke Schindler und Cie. Bregenz-Kennelbach

Aeber das Gesicht aller Arbeitskameraden, die diesen Anschlag lesen, 
geht ein stillvergnügtes Schmunzeln und im Stu eilt die Neuigkeit durc 
den ganzen Setrieb. 
„Du los, loscht scho ghört, des ischt pfundig, as git jetz denn wieder an 
Kameradschaftsobed!" 
„Was du nit seischt! - Do bin i nöigierig, ob as desmol ou wieder so 
luschtig wird, wies letschtmol. - Was git as denn desmol z’trinket und 
3‘easset?" 
„Des woaß i nit, abr jedefälls hot dr Doktor Schindlar bi’nam Kamerad- 
schaftsobed no nie pan vrhungere odr vrdurschte lo." 
„Albr mit de Zigarette wird as desmol scho a klä happere?!" 
„Des ka scho fi, abr a klä a Buoß tuo müessed mir ou, wenn scho Krieg ischt. 
Als ischt do gschieder ma schickts de Soldate, as mir rouchends an oam Obed. 
- Abr schad ischt as, daß ma desmol nit tanze kal" 
„Oo, jo, - abr des kascht nit guat vrlange, wenn soviel Arbeitskamerade 
a dr Front stond. Des Jpärend mir üs ufs Heimkehrarfescht! - Laß nu go, 
as wird scho reacht wäare !" 
So oder ähnlich kann man da und dort die Arbeitskameraden reden hören 
und manch einer, der vielleicht dafür bekannt ist, gern und leicht die doppelte 
oder gar dreifache Essensportion zu vertilgen oder ein Glas Bier oder 
Diertel Wein mehr zu trinken als ihm für feine Getränkemarken verabreicht 
werden, beschäftigt sic schon intensiv mit dem schwierigen Problem der zu- 
sätzlichen Beschaffung einer halben Weiszwurst oder einiger Biermarken. - 
Die jungen Mädels aber stecken die Köpfe zusammen und wispeln und 
tuscheln, denn welche Frau - dazu braucht fie nicht einmal mehr jung zu 
fein - will nicht gern nett und hübsch aussehen. Da gibt es aber alles mög= 
liche zu besprechen und zu beraten. 
And wenn dann endlich der Tag des Kameradschaftsabends gekommen ist, 
dann setzt sic alles froh und guter Dinge in den schönen warmgeheizten 
Saal, läßzt das Gebotene in bunter Reihenfolge an sic vorbeiziehen, 
spendet Beifall oder auch nicht, schimpft auf die langsame Bedienung - „Se, 
Tarile, friag i mi Bier bald odr nit'?!" - und vergiszt dabei meist ganz, daß 
alle am Kameradschaftsabend gebotenen Leistungen nur durch den frei- 
willigen Einsatz von Arbeitskameraden und -kameradinnen ermöglicht wer- 
den, gleichgültig, ob es sich nun um künstlerische Darbietungen handelt oder 
ganz prosaisch um das Heranschaffen von Speis’ und Crank. 
Gerade das aber müssen wir ganz befonders anerkennen, denn diese Kame- 
raden verzichten nicht nur bewuszt auf einen Grofzteil ihres eigenen Per- 
gnügens, um die Durchführung des Abends zu ermöglichen und fo den Ka- 11
	        
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