Soldatenbriefe.
Schon wieder ift eine grosze Anzahl von Briefen und Karten eingerückter Arbeitskameraden
eingelaufen. Allen Schreibern recht herzlichen Dank.
Dr. Fritz Schindler.
Es schrieben uns:
Gefr. Bellmann Alois, Soldat Bertsch Otto, Obergefr. Bilger Georg, Gefr. Bilgeri
Ludwig, Uffz. Bodingbauer Start, Gefr. Böhler Josef, Gefr. Buchhammer Ernst,
Obsch. Buchhammer Ludwig, Soldat Busarello Peter, Pol. Wachtm. Christelon
Michael, Soldat Dreier Fridolin, Uffz. Fitz Bruno, Soldat Fitz Ignaz, Obsch. Stolzer
Wilfried, Uffz. Jäger Martin, Soldat Kilga Alois, Soldat Klocker Bertram, Gefr.
Kugler Adolf, Uffz. Madlmayer Karl, Gefr. Malin Franz, Schütze Mangele Erwin,
Feldwebel Mauritz Emil, Ltn. Nagel Richard, Gefr. Nuszbaumer Gebhard, Uffz. Öfter
Ludwig, Am. Potomak Norbert, Am. Radler Alois, Kraftf. Rist Sinton, Gefr. Rist
Hermann, Am. Ritter Josef, Soldat Schelling Hubert, Soldat Simioni Johann, Schütze
Sutterliiti Willi, Soldat Tomaselli Viktor, Funker Vogelmann August, Am. Vogelmann
Johann, Kanonier Vonach Karl, Gefr. Wäger Johann, Soldat Wäger Josef, Schütze
Zizlavsky Rudolf.
Gefr. Bellmann Alois schreibt unter anderem:
— Wir haben es uns in den Baracken ziemlich gut eingerichtet. Jeder hat wieder ein
Bett und einen Kaften bekommen, mir find dies gar nicht mehr gewohnt. Hhier ift
alles geschaffen morden, um uns den Winter erträglich zu machen. Für die grosze Kälte,
die wahrscheinlich fommt, bekommt jeder einen Pelzmantel. Bis jetzt hatten mir erst
23 Grad Kälte. Für jene, welche den ganzen Tag drauszen stehen, gibt es Filzschuhe.
Die Nacht wird immer länger, bald mird es überhaupt nicht mehr hell.
Zum Skifahren hat hier jeder Gelegenheit, mer es nicht kann, muß es lernen. Es
geht uns hier ganz gut. Sille Wochen ift ein Kino ober eine Kd Vorstellung.
Weihnachten steht vor der Türe. Alle Hebel werden in Bewegung gesetzt, um ein
Heines Fest veranstalten zu können. Weihnachtsbäume find in diesem Gebiet eine
Seltenheit. Eine Heine Musik wurde gegründet, die auch beitragen soll am schönen
Weihnachtsfest. —
Soldat Busarello Peter schreibt unter anderem:
— Habe Euer Päckchen mit sehr groszer Freude erhalten. Es ift für uns Soldaten
immer ein Zeichen, daß wir in der Heimat doch nicht vergessen werden. Man macht
den Dienft mit doppeltem Eifer, wenn man weisz, dasz hinter der Kampffront noch
die fefte und unerschütterliche Heimatfront steht. Das wird uns auch den Sieg, der
zweifellos sicher ift, bringen. Wir Soldaten müffen uns üben, um gestählt zu fein für
kommende Dinge. Es ift aber bas befte, bas uns Auferlegte würdig zu tragen. Einmal
fommt doch die Belohnung, denn unfer Führer will nur das Befte für uns und
bas deutsche Vaterland.
Das Weihnachtsfest, bas schönste aller Feste des deutschen Boltes, steht nun vor der
Türe, lleberall werden fieberhaft Borbereitungen getroffen, um biefes Fest würdig zu
gestalten. Auch bei uns Soldaten darf ein Weihnachtsbaum, wenn er auch klein ift.
nicht fehlen. -------Soldat
Kilga Alois schreibt unter anderem:
— Gerade in diefen Tagen, in denen das schöne Weihnachtsfest begangen Wirb, bin
ich in Gedanken bei Euch allen zu Hause unb benfe an bie schönen Weihnachts- unb
Neujahrstage, bie ich immer im Kreife meiner lieben Arbeitskameraden verbringen 2