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Full text : Vorwärts - Aufwärts. Betriebszeitung der Textilwerke Schindler und Cie. Bregenz-Kennelbach

Zehn Mädel lahven

IInIInIH IIIIIIIIIIIIII

nach MUNCHEN!

IIIIIIIIIIIIIIIMHIIIIaIIIIlIIIIIIIIIII

Daß es sich nicht um zehn x-beliebige Mädel handelt, das dürfte wohl jeder in unserem Betrieb
wissen. Wer anders als unsere Tanzgruppe könnte damit gemeint sein, die uns schon so oft durch
ihre Gemeinschaftsleistung entzückt hat und die nun auf Einladung ihrer Meisterin, Frau Stella
Schindler, einen Gemeinschaftsausflug nach München machen konnte.

Diese zehn Mädel sind für uns schon ein Begriff geworden. Wenn sie auch in den verschiedensten
Abteilungen des Betriebes und des Büros ihren Arbeitsplatz haben, so besteht doch irgendwie ein
unsichtbares Band, das sie zusammenhält und zu einem Ganzen fügt.

Was wäre also näherliegender, als diese zehn Mädel gemeinsam - als Einheit — über ihre gemeinsam
 erlebten Eindrücke auf dieser Reise erzählen..zu lassen. Nachstehend geben wir die zehn
Berichte in ihrer ursprünglichen, natürlichen Art, so wie sie vollkommen ungekünstelt, mit eigenen
Worten niedergeschrieben wurden Dle Schriftwaltung.

Auf nach München!

An einem schönen Jännermorgen befahl mir Herr Dr. Schindler, meine neun Tanzkolleginnen
 zu holen. Wie man es von uns Mädeln gewohnt ift, waren wir alle
sofort an Ort und Stelle. Mit gespannten Gesichtern standen wir vor unferem lieben
Betriebsführer, neugierig, was er uns wohl zu sagen hätte.

„Meine Frau will Euch Mädeln eine greube machen. Ihr tännt am 31. Jänner mit
ihr nac München fahren unb bart bis 2. Februar bleiben.."

Wie auf Kommando war ein Freudenschrei aller Tänzerinnen zu hören. „Sie wird
mit Euch ein Variete unb ein Theater besuchen, wo Ballettänze gezeigt werden. Kosten
tuts nichts" — betonte er feft.

Freudigen Herzens, mit einem innigen Dank verlieszen wir bas Zimmer unseres
Betriebsführers.

Schnell vergingen bie Tage, bis bie schöne Reise fällig war. Der 31. Jänner war
gekommen. Um 12.30 Uhr ftanben wir alle bereit, zur Abfahrt nach Bregenz. Dort
angekommen, stellte Herr Kuster feft: „Wir haben noch genügenb Zeit. Um 1.40 Uhr
fährt erst unfer Zug; gehen mir ins Kaffee Montfort zu einem kleinen Trunk." Herr
Kuster übte noch schnell bie Namen ber zehn Mädel, benn als Reisebeschützer muszte
er doch feine Schäfchen beim Namen fennen. Eine von uns fam auf bie Idee, ihn
— als einzigen Herrn — Papi zu nennen. Mit luftigem Beifall gebrauchten wir bas
Wort Papi während ber Zeit in München. An feine Fahrkarten muszten wir denken.

Abreise von

Bregenz 5
            
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