Soldatenbriefe.
Wie immer, sind auc in diesem Monat von einer ganzen Anzahl von Arbeitskame-
raden, die zur Wehrmacht ober zum Arbeitsdienst eingezogen murben, Briefe unb
Karten eingelangt. Den Schreibern — beten Namen ic nachstehend bekanntgebe —
sage ic recht herzlichen Dank.
Dr. Fritz Schindler.
Es schrieben uns:
Am. Benzer Stefan, Gefr. Bertsch Otto, Obgefr. Bilger Georg, Gefr. Bilgeri Arnold,
Gefr. Fischer Manfred, Jäger Flatz Ludwig, Uffz. Jäger Martin, Soldat Kilga Alois,
Am. Kilga Erich, Schütze Klauser Rudolf, Gefr. Kugler Adolf, Obgefr. Mangele Erwin,
Soldat Potomak Norbert, Jäger Rädler Alois, Soldat Simma Franz, Am. Sutter-
lütti Erich, Jäger Sutterlütti Oskar, Soldat Vogelmann August, Soldat Wäger Johann.
Schütze Klauser Rudolf schreibt unter anderem:
— So gerne ic bei Ihnen im Betriebe mar, fo musz ic doc behaupten, das man
als Soldat doch auc schöne Zeiten hat, felbft wenn ber Dienst manchmal noch fo
drückt. Aber menn ber Dienst vorüber ist, bann ift alles wieder Kamerad. Ob Unter-
offizier, ob Spies ober Rekrut, es gibt nach bem Dienst nur ein Wort unb bas heiszt
Kamerad. Ich hoffe auch, bafi in unferem Betrieb auch nur ein Wort bestehen bleibt,
zwischen Angestellten unb Arbeitern, unb zwar Kamerad. -------
Alffz. Jäger Martin schreibt unter anberem:
Mit groszer Freude habe ic Ihr an miet) gerichtetes Paket heute erhalten, beffen
Inhalt mid) ganz befonbers ber guten Zigaretten wegen auf bas angenehmste berührt
hat. Speziell Zigaretten finb derzeit bei uns ziemlich knapp bemessen. Es löst des-
halb wirklich besondere Freude aus, roenn aus ber Heimat noch zusätzlich Zigaretten,
nod) dazu bie guten Memphis, anfommen, um ben Raucherhunger einigermaszen zu
befriedigen. Ic bitte Herrn Doktor, für bie Sorge um uns Soldaten meinen herz-
lichsten Dank entgegennehmen zu wollen.
Es freut mid) aud) ganz befonbers unb fage ic Ihnen aud) meinen beften Dank für
bie fortlaufende Zusendung bes „Illustrierten Beobachters".
Im übrigen, Herr Doktor, bin id) überzeugt, dasz jeber Deutsche heute feine Pflicht
voll unb qanz erfüllt, in bem einen Stauben an unferen Führer unb an unfer
herrliches Volk. -------
Am. Sutterlütti Eric schreibt unter anberem:
— Vor allem möchte ic Ihnen danken für bie Betriebszeitung unb bas Paket, bas
ic von Ihnen erhalten habe. Es ift bas erfte Päckchen, bas ic in ber Fremde be-
fam. Die Freude war umfo gröszer. Ich kann daraus entnehmen, dasz man mic
in Ihrem Betrieb nod) nicht vergessen hat. Mir geht es gut. Bin gesund, mas ja
schlieszlic bie Hauptsache ift. -------
Solbat Bogelmann August schreibt unter anberem:
— Habe bie Betriebszeitung mit groszer Freude erhalten; id) baute Ihnen recht
herzlich bafür.
Es ift für uns Solbaten immer eine grosze Neuigkeit, menn mir von ber Heimat
etroas Lebendes, Neues betommen, befonbers von unferen lieben, unvergeszlichen
Kameraden. Wir liegen hier in einer gröszeren Stabt im schönen Frankreich, mo es
mir ganz gut gefällt. Wohnen privat, sehr schön. Straszenbahn, Kino unb Theater
sind hier für uns Solbaten frei, bas ift ja aud) von groszer Wichtigkeit. Ja felbft
an ben guten französischen Wein habe id) mich schon gewöhnt. Das Wasser ist sehr 5