Sonne auc das letzte Stäubchen Schnee in Kennelbac wegschmolz, war
ein weiteres Verschieben, trotz verschiedener Schwierigkeiten, nicht mehr
möglich und muszte von der ursprünglichen Absicht - die Veranstaltung im
Orte abzuhalten - abgegangen werden. Als Austragungsort wurde nun
endgültig der Klausberg bei Schwarzenberg ausersehen und als Termin
Sonntag, der 23. März, festgelegt.
Das Wetter in der Woche vor dem Sonntag war prachtvoll schön und jeder
einzelne der Teilnehmer sah sic schon im Geiste über Jonnübergo/sene,
glitzernde Schneehänge in sausender Fahrt talwärts gleiten. Sie freuten
sich aber zu früh, denn am Samstagmorgen war der Himmel mit Wolken
grau verhangen und am Vormittag begann es auc zu regnen. Wir lieszen
uns aber nicht entmutigen, denn ein eingeholter Schneebericht meldete, daß
es im Bregenzerwald feft schneie und auf dem Klausberg reichlich Pulverschnee
liege.
Alls sic am Sonntag, in noch dunkler Morgenstunde, die Teilnehmer beim
Bahnhof Kennelbac versammelten, hatte der Regen fast aufgehört. Butgelaunt,
wie alle waren, sprach man allgemein nur vom guten Schnee,
den man sicherlich in höheren Lagen vorfinden würde. Als aber dann
während der Fahrt mit dem Bähnle der Regen immer stärker wurde und
wir bei der Ankunft in Schwarzenberg die schweren, tief ins Tal hängenden
Regenwolken sahen, gaben auch die größten Optimisten ihre Hoffnung auf
Schönwetter endgültig auf.
Daß aber guter Humor sich auch durch den stärksten Regen nicht kleinkriegen
läßt, konnte man schon auf dem Weg von der Station nach Schwarzenberg
feststellen. Dort angekommen, wurde nun Kriegsrat gehalten und der Ent-Schlußgefaßt,
anftatt des vorgesehenen Abfahrtslaufes - dessen Durch-Führung
einen mehrstündigen Aufstieg erfordert hätte - einfach einen Sia*
lom auf einem in kürzerer Zeit erreichbaren Hang zu veranstalten.
Unverzagt trabten wir also im strömenden Regen bergwärts, bis unser
Skiübungswart Solzer einen zur Abhaltung des Torlaufes geeigneten
Hang ausfindig machte. Während nun die Tore ausgesteckt wurden, flüchteten
die unbeschäftigten Teilnehmer in einen Heustadel, um dort - zum
erstenmal an diesem Tage - wenigstens die Aleberkleider auszuwinden und
so etwas zu trocknen.
Bald war alles zum Start bereit. Die schon jetzt bis auf die Haut durchnäßten
Läufer und Läuferinnen warteten zähneklappernd und fröstelnd
in den erbarmungslos niederströmenden Regenschauern, bis die Reihe auch
an fie kam, mit den Schwierigkeiten und Tücken des ausgesteckten Torlaufes
Bekanntschaft zu machen.
Die holde Weiblichkeit startete zuerst. Verwogen und kühn Jausten die
Läuferinnen den Hang hinunter und durch die ersten beiden Tore. Dort
machten fie den ersten „Punkt". - Der zwar führige, durch den Regen aber
schwierige Schnee machte alle Versuche der Frauen, in kühnem Schwunges 11