Soldatenbriefe.
Auc diesmal wieder sind feit dem Erscheinen unserer letzten Betriebs-
Zeitung von unseren eingerückten Arbeitskameraden zahlreich Briefe ein-
-gelangt. Manche von ihnen haben sogar zwei- oder dreimal geschrieben,
oder haben den Briefen nette Sotos beigelegt. Och sage allen dafür recht
herzlichen Dank.
Dr. Fritz Schindler.
Es schrieben:
Soldat Bauer Julius, Uffz. Baumann Robert, Am. Benzer Stefan, Soldat Bertsch.
Jakob, Obgefr. Bertsch Ludwig, Gefr. Bertsch Otto, Soldat Bilger Georg, Gefr. Bilgeri
Ludwig, Obgefr. Büchele Karl, Gefr. Buchhammer Ernst, Obsch. Buchhammer Ludwig,
Soldat Busarello Peter, Pol. Wachtm. Christelon Michael, Soldat Dreier Fridolin,
Gefr. Fischer Manfred, Obgefr. Sitz Ignatz, Uffz. Fitz Bruno, Soldat Flatz Ludwig,
Am. Graninger Josef, Soldat Gruber Josef, Gefr. Hammerer Benedikt, Uffz. Jäger
Martin, Soldat Jansen Willy, Gefr. Jori Fortunato, Soldat Kilga Alois, Am. Kilga
Erich, Schütze Klauser Rudolf, Am. Klocker Armin, Uffz. Madlmayer Karl, Obgefr.
Malin Franz, Feldwebel Mauritz Emil, Obgefr. Metzler Naver, Leutnant Nagel Richard,
Schütze Nayer Ernst, Obgefr. Nuszbaumer Gebhard, Soldat Potomak Norbert, Soldat
Radler Alois, Soldat Rist Anton, Gefr. Rist Hermann, Soldat Ritter Josef, Soldat
Simioni Johann, Vm. Sutterlüti Erich, Soldat Sutterlüti Oskar, Schütze Sutterlüti
Willi, Am. Streng Martin, Soldat Ungerank Franz, Soldat Bogelmann Johann,
Gefr. Vonac Otto, Gefr. Wäger Johann, Soldat Zauser Josef, Ob. Schtz. Zislavsky
Rudolf.
Soldat Busarello Peter schreibt unter anderem:
— Nun sind es bald 31/. Monate, seit wir, dem Willen des Führers gehorchend, nac
dem fernen Süden fuhren, um den Engländern ihre letzte und für sie so wichtige Posi-
tion auf dem europäischen Festland streitig zu machen. Nac kaum 14 Tagen war das
zuerst Unglaubliche wahr geworden. Der Engländer muszte meichen und die deutsche
Siegesfahne wehte über der Akropolis von Athen, das griechische Land war frei und
das Volk konnte wieder seiner alltäglichen Arbeit nachgehen. — Meine persönlichen
Eindrücke von Griechenland sind gut. Der erste Anblic des ägäischen Meeres lies
mic unwillkürlich aufatmen, nac all den Stropazen, die hinter uns waren. Am
Meeresstrande verbrachte ic noch manche Stunde der Ruhe. Unter Zitronen- oder
Feigenbäumen, da war es dann, daß ic oftmals an die Lieben in der Heimat, aber
nicht zuletzt auc an Ihren Betrieb dachte.
Nun geht es wieder, im restlosen Einsatz, gegen den letzten Stützpunkt in Griechenland,
die durc den Tommi mit allen Mitteln bewaffnete Insel Kreta. Aber auc das wird
in einigen Tagen kein Problem mehr sein und der Engländer wird wieder um eine
Hoffnung ärmer sein. -------
Soldat Kilga Alois schreibt unter anderem:
— Ic stehe auf Wache fern der Heimat. Die dunkle Nacht geht zu Ende und es fängt
an zu grauen. Im Osten wird es immer heller und heller, langsam beginnt der neue
Tag heraufzusteigen — Pfingstsonntag. Schon grüszen mic die ersten Sonnenstrahlen
durc die Fensteröffnungen eines zerschossenen Hauses und saugen mir die Feuchtigkeit
aus den grauen Kleidern. Von ferne her höre ic leises Glockenläuten und eine stille
Sehnsucht packt mic nach meiner schönen Heimat, nac meinem lieben Kennelbach.
Dann ziehe ic allemal meine Betriebszeitung hervor, denn Du, liebe Betriebszeitung,
bist es, die uns die Grüse der Arbeitskameraden überbringt, die uns auf dem Laufen-
den hält über das Geschehen und die Neugestaltungen im Betriebe. Du bist die
Mittlerin zwischen der Heimat und den Soldaten. Deshalb bist auc Du es, an der 2