wir Soldaten so hängen, auf bereu Erscheinen wir jedesmal mit tiefer Freude unb
großer Neugierde warten. Zu Deinem 1 Jubiläum sende ic Dir bie herzlichsten
Grüsze unb Glückwünsche unb baute Dir für Deine Mühe, Arbeit unb Treue. —
In ber letzten Nummer richtest Du einen Aufruf an Deine Leser, an Deiner Aus.
gestaltung teilzunehmen. Ich entbecte daß bie Ecke für bie Rätselfreunde fehlt. Ich
erlaube mir deshalb, wenn es ber Platz noch erlaubt, ein kleines Kreuzworträtsel
einzuschalten. -------
Gefr. Jori Fortunato schreibt unter anderem:
— Alle Sümpfe habe ich in vorderster Linie mitgemacht. Es waren harte unb sehr
schwere Sümpfe, im Gebirge bis zu 2900 Meter. Die ©riechen unb Engländer kämpften
sehr zähe. Hauptsächlich tarnen mir mit Griechen, Australiern unb Neuseeländern
zusammen. Die wirklichen Engländer sagen sich immer zurück, mürben aber von
unseren Fliegern erwischt unb bombarbiert. Hunger unb Dürft haben mir Gebirgsjäger
oft gelitten, benn es mar nicht möglich, die Verpflegung nach vorne zu bringen, benn
bie Straszen maren alle gesprengt morben von ben flüchtenden Engländern. Wir hatten
lange feine Feldküche bei uns. Mit Fliegern musste uns bie Verpflegung abgemorfen
werden, auf bie mir bann mie Tiger drauflos stürmten. Unfer Trost mar immer,
daß bei Einnahme eines Bunkers ober irgenbeiner Stellung sich bie Möglichkeit
ergab, bie Lebensmittel ber gefangenen ober geflüchteten Engländer zu ergattern. Die
Enaländer hatten in ihren ausgebauten Stellungen alles, mas man sich wünschen kann:
Weiszbrot, Vier, Wein, Fleisch, Milch, Obstkonserven, Schokolade ufro. —
Ic habe bei folgenden schweren Sämpfen teilgenommen: Belasica-Grenzgebirge unb
Srufia Dros, Durchbruch ber Metaxas-Linie, Ueberquerung ber Flüsse Aliakmon unb
Pinos, Tembi-Pas, bei ber Einnahme von Larissa — ba waren mir als erste in bie
Stabt eingebrungen —, bann tam ber schwerste unb härteste Kampf in ben Termo-
phylen bis zur Hauptstadt Athen. Trotz Hunger unb Dürft h ben mir unferen Mann
gestellt, roie es ein deutscher Solbat musz unb errangen nach 22 Tagen ben groszen
Sieg, auf ben mir Gebirgsjäger sehr stolz finb. Jetzt liegen mir hier am Meeresstrand,
um uns ein wenig zu erholen. ------
Solbat Bilger Georg schreibt unter anderem:
— Als mir an ber bulgarisch-griechischen Grenze ben Marschbefehl erhielten, hörten
mir bald barauf ben Tagesbefehl des Führers. Leuchtsignale maren für uns bas erffe
Zeichen zum Angriff. Bald hernach tonnten mir unfere achte Landesgrenze über-
schreiten. Das Ganze ging vorwärts. Die Paszstraszen tonnten von ben Feind-
stellungen aus leicht in Schach gehalten werden, fo bah es einige Male zum Stoppen
fam. Unfer Streben aber ging nach vorne, fo daß mir manchmal ber Gedanke fam:
So ein Feldzug bas ift tein Schnellzug — aber nach kurzem Feuerzauber aus unferen
Vohren tam immer wieder Bewegung ins Ganze unb fo ift heute non Griechenland
nicht mehr viel übrig. Vis jetzt mar es für uns ber ruhigste Einsatz, menn ic an bic
Feldzüge im Dften unb Westen bente. Der Engländer aber hat mieber einmal einen
glorreichen Rückzug zu verzeichnen. Viel Material an Waffen, Munition unb Men-
schen ift ben Vriten für ben Entscheidungstampf verloren gegangen.
Wir wollen in all ben fernen, fremden ßänbern tapfer unfere Pflicht erfüllen. Ihr
aber gebt uris dazu bie Kraft burch jebe Nachricht aus ber Heimat. Wir helfen zu
möglichst erfolgreichen Frontberichten; Ihr aber ftärtt uns, menn mir wissen dasz es
Euc gut geht. Ihr glaubt gar nicht, mit welcher Sehnsucht mir auf ben Feldpost-
roagen marten. -------
Obgefr. Malin Franz schreibt unter anberem:
— Vin jetzt rückversetzt in bie Heimat. Grund: starker Herzfehler unb Rheuma, also
ben Anforderungen ber Front nicht mehr gewachsen. Einerseits freut es mich, ber
Polaratmosphäre entronnen zu fein, benn über bie Heimatluft gebt halt doch nichts.
Sollte es aber roieber beffer merben betreffs Gesundheit, fo ift es mein sehnlichster
Wunsch, roieber irgendwo zum Einsatz zu kommen. Denn auf bie Dauer ift bas Geben
in ber Garnison ja doc nichts.
Glaube auch, das dieses Jahr bie grobe Entscheidung fallen roirb unb beim lebten
Vennen möchte man halt doc auch dabei fein. ------- 3