gestaltet, machte eine beträchtliche Erhöhung der zum Einsatz kommenden
Truppen und Kriegsmaterialien notwendig. Dies bedingt, daß einerseits
der Heimat Arbeitskräfte entzogen werden mußten, die bisher für die Front
schafften und produzierten, andererseits aber der gesteigerte Bedarf der
Wehrmacht durch weitere Produktionserhöhung ausgeglichen werden mußte.
Es wurden nun verschiedene Wege eingeschlagen, um den stetig wachsenden
Bedarf an Arbeitskräften zu befriedigen. Vorerst wurde dafür gesorgt, daß
durch Verlagerung von Arbeitskräften für die zur Wehrmacht einberufenen
Fach- und Spezialarbeiter in den wehrwirtschaftlichen Betrieben Ersatz geschaffen
wurde. Die dadurch in anderen Betrieben entstehenden Lücken
wurden durch Heranziehung von bisher nicht oder auf nicht ihrem Können
entsprechenden Posten eingesetzten Volksgenossen ausgefüllt. Unzählige
Werktätige konnten, bei besonderer Eignung und nach systematischer Am-Schulung,
wieder jene Lücken zum Verschwinden bringen, die in einzelnen
Berufszweigen in Erscheinung traten. Frauen, Kriegsversehrte und ältere
Arbeitskräfte wurden in beschränktem Umfang zusätzlich eingestellt, wenn
es die Umstände erforderlich machten.. Zu den einheimischen Arbeitskräften
kommen freiwillige ausländische Arbeitskräfte, die heute in
Deutschland in Verdienst stehen. Der Beschäftigungsgrad hat somit in
Deutschland einen Hochstand erreicht wie noch nie. Während unsere Gegner,
infolge vollkommen unzulänglicher Wirtschaftslenkung und mangelhafter
Sozialpolitik, mit größten Schwierigkeiten und faft unüberwindlichen
Hindernissen kämpfen und fiel) ihre großsprecherisch angekündigten gigantischen
Produktionsplanungen trotz oder vielleicht richtiger gesagt, infolge
der wiederholten Umstellungen immer wieder als Fehlschläge erweisen,
wird bei uns zielbewußszt und intensiv gearbeitet. Denn der deutsche Arbetter
will leisten und die deutsche Wirtschaft will produzieren, um
damit den Endsieg unseres Vaterlandes sicherzustellen.
Am aber den Leistungswillen des deutschen Menschen auch wirklich zur
Geltung zu bringen, muß feine Arbeitskraft dort eingesetzt werden, wo
Jie sich voll und ganz auswirken kann. Wenn daher leistungsschwache Betriebe
zu Gunsten leistungsfähigerer in ihrem Beschäftigungsgrad eingeschränkt
oder vielleicht auc ganz eingestellt werben, ift dies für den betroffenen
Betrieb zwar hart, aber im großen gesehen unbedingt notwendig.
Denn die dadurch frei werdenden Arbeitskräfte können in anderen Betrieben
eingefetzt werden, die günstigere Produktionsmöglichkeiten und
bessere Produktionsergebnisse aufzuweifen haben. Durch die Schlieszung
eines leistungsschwachen Betriebes wird daher feine Verminderung der
Gesamtproduktion eintreten, sondern der erhöhte Arbeitseinsatz, in einem
leistungsstarken Betrieb zur Steigerung der Gesamtproduktion beitragen.
Die Stillegung von Betrieben bringt selbstverständlich häufig die Verlagerung
der freigewordenen Arbeitskräfte nach weiter entfernten Orten mit
sich, wenn 3. B. ein planmäßiger Einsatz am bisherigen Arbeitsort nicht
möglich ift. Für den mann oder die Frau, die davon betroffen werben, ift
es zwar alles andere denn angenehm, den Heimatort verlaffen und vielleicht
hunberte Kilometer entfernt an einem neuen Arbeitsplatz schaffen 12