GetarnteWeltmacht
Im 24. Juni 1717 - also vor nun 225 Jahren - kamen in einer Londoner
Taverne einige Männer zu einer Besprechung zusammen. Der Beschluß,
der dort gefällt wurde, machte sie - so unwahrscheinlich es auch klingen
mag - in gewissem Sinne zu Mitschuldigen an dem gegenwärtigen Krieg.
Denn ohne diese Zusammenkunft wäre nie jene Weltmacht hinter den Ku=
lissen entstanden, die rücksichtslos Revolutionen entfacht und Kriege prove-
ziert, wenn es gilt, Gegner zu vernichten und die eigene Macht noch weiter
zu stärken.
Jene Männer, die sic damals in einer Londoner Schenke trafen, waren
die Vertreter von vier sic Logen nennenden Gesellschaften, deren Mitglieder
allen möglichen orientalischen Gebräuchen huldigten und die Verbrüderung
von Menschen verschiedener Völker zu einer übervölkischen, gleichmachenden
Geistesgemeinschaft anstrebten. Diese Männer beschlossen die Vereinigung
ihrer Gesellschaften unter einer Dachorganisation zur „Broßzloge von
London und Westminster" und wurden somit zu Gründern des modernen
Weltfreimaurertums.
Weitere Beschlüsse, wie raschmöglichste Aufnahme von adeligen Personen
und deren Erhebung zu Großzmeistern und die Schaffung eines Konstitu-
tionsbuches (Grundgesetze der Freimaurerei), machten das Freimaurertum
bald gesellschafts- und hoffähig und sorgten dafür, daß die Ziele, Bestre-
bungen und Methoden der Logen in der ganzen Welt die gleichen wurden
und sic diese dabei gegenseitig unterstützten.
Europa war zu jener Zeit durch die ständigen Religionskriegen seelisch voll-
kommen zerrissen. Es ist daher begreiflich, daß die Freimaurerei - deren
Jieplogie im absolutem Gegensatz, zu den damals von klerikalen Ordnungs-
vorstellungen und den Odeen eines Gottesreiches, einer Priesterherrschaft
stark beeinfluszten Staatsführungen stand - mit der Verkündung des soge-
nannten Humanitätsprinzips: „Religion, in der alle Menschen überein-
stimmen" - der Menschheit eine wahre Offenbarung zu bringen schien und
die Logen ungeheueren Zulauf hatten.
Die Freimaurerei ist aber weder ein religiöser Verein, noch eine Wohltätig-
keits-Organisation; sie ist aber auch keine Gesellschaftsspielerei, wie viele
glauben, sondern ein geschichtlicher Machtfaktor ersten Ranges. Das Ziel
des Freimaurertums - die Herbeiführung einer weltbürgerlichen, weltdemo- 5