die kürzlich kam in meine Hände.
Sollt jemand ic vergessen haben,
der beitrug zu ben schönen Gaben,
ber möge gütigft mir verzeihen,
sonst müszt ich’s bitterlich bereuen.
Ic hab’ nämlich ben Brief verlegt,
ber Ihre Unterschriften trägt.
Nochmals Dielen Dank; ic wollt, es fei
ein Wiedersehn am erften Mai.
Das wär’ mir wirklich sehr oiel wert,
mit beften Grüszen
Wolf Kispert.
(Anmerkung ber Schriftleitung: Dr. Kisperts Wunsch ging in Erfüllung. Am 1. Mai
gab’s Urlaub.)
Albin Jori schreibt am 11. Mai unter anberem:
„............Wir fämpfen jetzt um unfer Recht unb unfere Freiheit. In biefen lagen
unb nächsten Wochen werden wir alle, ob in ber Heimat ober an ber Front vor bie
schwerste Aufgabe unferes liebens gestellt. Wir zweifeln nicht baran, biefe Aufgabe
zu bestehen, benn mit unferem geliebten Führer werden mir biefe Aufgabe erfüllen unb
zu einem glorreichen Siege kommen."
Dreier Fridolin schreibt am 10. Mai 1940 unter anberem:
„Es mürbe mic sehr freuen, auc wieder einmal mit Ihnen unb mit allen meinen
Arbeitskameraden einen gemütlichen Abend nerbringen zu können. Jetzt ift es halt
noch nicht möglich, dasz ich mieber in Ihrem Betrieb mitarbeiten fann. Wir hoffen,
bah biefe Zeit bald tommen mirb, mo ich mieber in Ihrem Betrieb mit all meinen
Kameraden mitarbeite. Unfere Wünsche vereinigen sic mit ben Ihrigen, in Gedanken
an einen herrlichen Sieg unb ein frohes unb gefunbes Wiedersehen. Bis dahin grüsze
ich Sie, Ihre Familie, sowie alle Gefolgschaftsmitglieder."
Gefr. Brüstle Josef schreibt am 11. Mai 1940 unter anberem:
„Ueberaschend befam ich heute Ihre Betriebszeitung, bie mich freute unb in ber ich auc
gleich schaute, mas für Neuigkeiten es gibt in ber Heimat. Aber ich tonnte nicht alles
auf einmal lesen, ba ber Franzmann kurz barauf herspuckte. Herr Betriebsführer, ich
merbe balb roieber was beisammen haben, fo ein kleines Gedicht, und merbe es Ihnen
mieber übersenden. Ihre Wünsche nehme ich entgegen unb hoffe auf einen balbigen
Frieden. Wir stehen bereit für jeben Kampf unb alle Strapazen werden mir oergeffen,
aber ben Sieg bringen mir in bie Heimat für eine beffere Zukunft. Das ift uns unb
Euc allen gewisz. Wir Solbaten stehen geschlossen unb feft hinter bem Sichrer unb fo
steht auch Ihr geschlossen hinter uns unb fo mirb uns ber Sieg sicher fein."
Erwin Mangele schreibt am 13. Mai 1940 unter anberem:
„Habe geftern mieber mit Freuden ein Schreiben non Ihnen sowie bie Werkszeitung
erhalten. Recht herzlichen Danf bafür. Die Senbung ist natürlich schon einige Tage
hier gewesen, aber wir finb erft geftern Don unferer KdF-Fahrt zurückgekehrt. Die
Werkszeitung bilbet and bemeift für uns wiederum eine meitere, nähere Verbundenheit
mit uicferer lieben Heimat."
Gefr. Ludwig Bilgeri schreibt am 2. Mai 1940 unter anberem:
„Nun Don mir selbst gibt es roenig zu berichten, benn ber Solbat hat bie Pflicht zu
schweigen, boch bin ich gefunb bis auf einen offenen Sufi, ber aber auch mieber werden
wird. Ich bin ber einzige von Ihrem Betrieb, ber hier in unferem Berbanbe steht,
aber ich merbe Ihnen unb auch der Heimat teine Schande machen, benn solange ich
Solbat bin, merbe ic auch Kämpfer fein, benn bie Liebe zur Heimat ift ftart. Ich bin
schon acht Monate Solbat, habe schon bem Feinde ins äuge geschaut, aber ich weisz,
das es um unfere Heimat geht unb roerben mir unfere Aufgaben erfüllen unb treu
unfere Pflicht tun." 5