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Full text: Vorwärts - Aufwärts. Betriebszeitung der Textilwerke Schindler und Cie. Bregenz-Kennelbach

Die Werkbücherei. 
Die Sommermonate, die mit ihren langen, heiszen Sagen mehr zum Baden 
und Wandern einladen, als zur Lektüre eines auc noch so interessanten 
Buches, bringen erfahrungsgemäß immer ein Nachlassen der Lesefreudig- 
keit mit sich. 
Ob man nun aus dem Wasser steigt und sic dann faul und genießerisch 01 
der Sonne liegend braun braten läßt, oder ob man - nac einer Wanderung 
durch schattige Wälder und über Jonnüberflutete Almen - irgendwo im 
Halbschatten am Waldrande Rast gemacht hat, man ist mit sic selbst, Gott 
und der Welt zufrieden und denkt nicht daran, ein Buch zur Hand zu 
nehmen. Tan ist nur erfüllt von der Stunde, die uns gleichzeitig Quell 
und Sammelbecken neuer Kraft und Schaffensfreude ist. 
Alber der schönste Sommer bringt mitunter Tage, an welchen Berge und 
Wälder in düsteres Grau gehüllt sind und der Himmel Jeine Schleusen 
öffnet, als wollte er mit seinen Wassern alles Leben vernichten. Gerade 
der krasse Gegensatz zu den herrlich schönen Tagen läßzt uns solche Schlecht- 
wetterperioden besonders unangenehm empfinden. - Doppelt unangenehm, 
wenn Petrus ausgerechnet einen Sonntag dazu ausersehen hat. Alle 
Pläne für diesen Tag „fallen ins Wasser", die ganze Vorfreude ist mit dem 
ersten Augenaufschlag zerstört und wir wissen dann oft nicht, was mit dem 
Regentag anfangen, wie die Zeit totschlagen. 
Gibt es dann wohl einen besseren Freund und Gesellschafter für solche- 
Stunden, als ein gutes Buch? - Es nimmt unsere Aufmerksamkeit voll in 
Anspruch und lenkt dadurch unsere verärgerten Gedanken von der Umwelt 
ab. Unsere schlechte Stimmung ist auf einmal wie weggeblasen und wenn 
wir dann abends das Buch aus der Hand legen, können wir uns vielleicht 
sagen, - es war doc kein ganz verlorener Tag. 
Och möchte darum allen Arbeitskameraden raten: last ausgelesene Bücher 
nicht daheim liegen, - tauscht sie gegen andere um! Auc dann, wenn ihr 
nicht die Absicht habt gleich darin zu lesen. Jeder wird irgendwann zu 
einer Stunde froh sein, ein Buc zur Hand nehmen zu können, um damit 
der trostlosen Leere eines verregneten Sommertages Sinn und Inhalt 
zu geben. 
Für jene Arbeitskameraden, die vielleicht so denken wie ich, will ic heute 
auf einige neu angeschaffte Bücher verweisen, die mit ihren kurzen Et- 
innerungsberichten und Geschichten - Kampf, Opfer und Sieg der illegalen 
österreichischen Nationalsozialisten wahrheitsgetreu und lebensnahe vor 
unseren geistigen Augen wiedererstehen lassen. Es sind dies die drei Bücher 
Anton Steiningers, „Trotz Verbot nicht tot", „Rebellen für 
Deutschland" und „Aufbruch ins Reich". Es handelt sic um kein hoch- 
politisches Schrifttum, sondern um das einfach geschriebene Bekenntnis 
eines Kämpfers für Adolf Hitlers Odee. Aus dem eigenen Erleben 
schöpfend, schildert der Verfasser in kurzen Geschichten mit unerhörter 
Realistik das heldenhafte Ringen der österreichischen Ollegalen, die trotz 
Kerker, Standrecht und Galgen in ihrem Glauben an Adolf Hitler nicht 
wankend wurden. 21
	        
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