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Full text: Dreihammer. Werkzeitschrift der Betriebsgemeinschaft F. M. Hämmerle

nen, Verhandlungen und Begehungen fanden statt. 
Herr Norbert Hämmerle, Direktor Spinka mit 
Ing. Heimbach aus Hard und Rechtsanwalt Dr. Fei- 
erle sen. hatten sich nach langem hin und her mit 
den Behörden der Stabt Feldkirch und des Landes, 
welche der Firma Hämmerle alle möglichen unb un- 
möglichen Haftungen zumuten wollten, bie unter 
Umständen bie ganze Firma zugrunde richten hatten 
können, geeinigt, den sogenannten Verbindungskanal 
zu bauen. Die Rufschotterung bet JIL machte sich 
auch im Stadtgebiet voit Feldkirch unangenehm be- 
merkbar. Der Unterwasserkanal ber Stadtwerke, 
welcher in bie J0 mündete, hatte einen Rückstau mit 
erheblicher Gefällsverminderung erfahren unb trug 
bamit bei, das Einverständnis ber Stadtwerke Z1t 
erwirken, diesen Unterwasserkanal an den bestehenden 
Arbeitsstollen unter bem Ardetzenberg anzuschließsen 
unb direkt mit unferem Oberwasserkanal zu verbin- 
den. ©er Orbeitsstollen war zur Ableitung des 
Wassers bei bet 1923 großzügig burchgeführten 3ll= 
schluchterweiterung gebaut worden unb so konnte 
dieser Verbindungskanal-Anschluß am 21. Mai 1924 
feierlich bem Betrieb übergeben werden. ©amit konnte 
unfere Höchstwassermenge von 20 auf 35 m3/sek. 
gefteigert werden und das Gefälle von 5.9 auf 7 m 
erhöht werben, was ungefähr einer Verdopplung ber 
Wasserkraft von 1000—1200 $5 auf 2000-2400 
5 gleichkommt. 
©ie Rosten ber Erstellung des Kanals vom 
Einlauf am Hochwuhr bis zum Verlassen des Stol- 
lens am Rapf sind in einem ganzen Buch von Uber- 
einkommen unb Verträgen niedergelegt. Nun besteht 
ber gemeinfam ju erhaltende Kanal aus einem 500 m 
langen Oberwasserkanal ber Stadtwerke vom hoch- 
wuht bis zu den Stadtwerken, aus 230 m Verbin- 
dungskanal und 300 m Stollen. Von dort ab ist 
ber Kanal Eigentum ber Firma unb zwar auf eine 
Länge von 1050 m bis zu unferem Turbinenhaus 
unb auf 860 m Länge als zirka 11 m breiter Unter- 
wasserkanal bis zur Wiedereinmündung in bie In 
Da durch das Verbindungskanalprojekt bie großen 
Einlaßschleußen quer durch bie II knapp unterhalb 
ber Illschlucht entfernt unb ber alte Ranaleinlauf 
geschlossen werben konnte, würbe bie Firma endlid 
von schwersten Sorgen befreit, die nur jene Tit- 
arbeitet voll ermessen können, welche zwei Jahrzehnte 
lang jährlich den Regenzeiten unb Hochwassermonaten 
mit Bangen entgegensahen. Tlit ber Ullschluchterwei- 
terung, bem Bau des Verbindungskanales unb der 
in ber Folge durch bie Illbauleitung großzügig durch- 
geführten Ausbaggerung unb Regulierung ber unteren 
Jll, würben doch allmählich Verhältnisse geschaffen, 
bie burch das starke Absinken bet Ullsohle nach 
menschlichem Ermessen bie Gemüter bet Anlieger 
einigermaßen sich beruhigen lassen konnten unb auch 
unfere Firma endlich wieder mehr Zeit unb Gelegen- 
heit gaben, sich mit ber Spinnerei, beren OToderni- 
sierung unb innerer Ausgestaltung zu beschäftigen. 
Da waren es bann, ber Anfang 1933 eingetretene 
Betriebsleiter Stütler, als Nachfolger des 1935 nach 
langer erfolgreicher Arbeit in Pension gegangenen 
Josef Batliner unb Ing. Rudolf Hämmerle, welche 
mit Hilfe eines Reorganisierungsfachmannes (Ing. 
Laetsch) fich den innerbetrieblichen Fragen widmeten. 
(Ter Schluß sowie eine Abhandlung über Spinnerei 
Gütle folgt in der nächsten Nummer) 
Unser 
KindergartenKindergarten anfangs Oktober zweckmäßig eingerichtet. 
Dank der Firma E. 211. Hämmerle wurbe ber 
Biel Schönes unb Kostbares bietet er jetzt unseren Kleinen. Der 17. Oktober war ber erste Tag im Rinder- 
garten mit ber neuen Tante. Schon um 7 llhr war bie Erste ba, denn bie Trutter geht ja arbeiten. Mac 
bet Reihe kamen bann still unb schüchtern bie Kleinen angetrippelt. Freude lag auf ben Gesichtchen, wie es 
hieß, fie bürften mit all den schönen Sachen spielen, aber nur zaghaft gingen sie ran. Ich setzte mich zu ihnen 
erzählte ihnen unb spielte Vater, 
iI 
Mutter unb Kinb. Eber auch Trä- 
nen flossen. Heim, heim, wollten sie. 
Aber nicht lange. — Im Freispiel 
soll fiel) das Kinb frei bewegen 
können, luftig fein, spielen nach 
Herzenslust. Das Kinb hat so viel 
Leben in sich, fo viel Frisches. Das 
alles muß heraus, wie falsch wäre 
das immer stillsitzen. Um 9 Uhr wurde 
bann zusammengeräumt, auch da 
halfen meine Leutchen tüchtig. Wit 
machten Halbkreis um das Führerbild 
unb grüßten unseren Führer. Das 
erstemal war es sehr zaghaft. Jeden 
Torgen stehen wir stramm DoT dem 
Bild des Führers fingen Lieder der 
Nation unb sagen einen Spruch. 
Unb wirklich recht gut geht es jetzt 
schon. Vom Führer erzähle ich oft 
von ber Winterhilfswerksammlung
	        
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