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Full text : Dreihammer. Werkzeitschrift der Betriebsgemeinschaft F. M. Hämmerle

Am 18. Jänner 1940 fiel unser Arbeitskamerad

Elektriker Julius Corona

im Alter von 07 Jahren einem Unfall während der Arbeit im
Betrieb Steinebach zum Opfer.

Erschüttert stand die ganze Gefolgschaft an der Bahre
dieses jungen Arbeitskameraden, der stets als treuer und fleißiger
Mitarbeiter seine Pflicht voll erfüllt hat.

Wir trauern über den Verlust des allzufrüh Verstorbenen
und unser Titleid wendet sich seiner jungen Frau, die auch
unserer Betriebsgemeinschaft angehört, zu und erst 7 Monate
mit ihm verheiratet war.

Zu seiner letzten Ruhestätte hat ihn ein Großteil der Gefolgschaft
 begleitet, wo unser Betriebsführer Herr Franz Hämmerle
mit herzlichen Worten seiner gedachte.

Wir werden sein Andenken in Ehren halten. — Er ruhe
in Frieden.

Betriebsführung und Gefolgschaft.

Devanlossung und fiergang des Unfalles

Elektromeister Klien und Betriebselektviker Julius Corona waren mit der Behebung einer
Störung der elektrischen Türverriegelungen am Rufzug - Spannrahme - Ralandersaal beschäftigt.
Corona hatte den Auftrag, vom Fahrkorb aus, die Funktion der Türkontakte zu beobachten.
Während Klien vom Antriebsraum des Fahrstuhles, die von Corona gewünschten Ruf- und
Abwärtsfahrten durch Betätigen des Schalters ausführte. Klien selbst konnte vom Maschinenhaus
des Fahrstuhles, das sich über dem Nufzugschachte befindet, Corona nicht sehen. Sie verständigten
sich daher auch nur durch Zurufe. Um die Ursache der Störung zu erkennen, war es notwendig,
mit dem Aufzug auf- und abzufahren und dabei das Verhalten der Rontakte zu beobachten. Als
sie einige Zeit in diesem Sinne bestrebt waren die Störung zu suchen, hörte Klien plötzlich einen
kurzen Schrei; er stellte daraufhin das Windwerk sofort ab und hielt Nachschau.

Corona hatte, wie sich nachher auf Grund des Tatbestandes ergab, inzwischen seine Beobachtungen
 auch außerhalb des Fahrkorbes gemacht. Dabci benützte er eine Leiter, die er an die
Drahtgeflechteingitterung des Fahrschachtes anlehnte und bestieg.

In dem Bestreben, die Störung zu beheben, war sein ganzes Sugenmerk nur darauf gerichtet,
 freie Einsicht zu den Kontakten zu haben. Hiebei muß er übersehen haben, daß er die
Leiter zwischen den beiden Gegengewichtsführungen des Rufzuges anstellte. Als er von diesem
Platze seine Untersuchungen, auf der Leiter stehend, fortsetzte und von dort aus in den Schacht
schaute, wurde ihm das niedergehende Gegengewicht zum Verhängnis.

Klien lief sofort zur Ulnfallstelle und vief Hilfe herbei. Gleichzeitig wurde auch der Arzt
verständigt, der innerhalb weniger Minuten erschien. Alles wurde getan, um dem Verunglückten
irgendwie zu helfen. Leider hatte den Helfern das Schicksal vorgegriffen und über den seiner
Verletzung erlegenen Arbeitskameraden bestimmt.

Arbeitskameraden! Der tragische Unglücksfall dieses jungen ATitarbeiters sei

und bleibe uns stets eine ernste Mahnung vorsichtig zu sein und stets, wenn wir auch noch so

keck zur Durchführung eines Auftrages schreiten, nochmals rasch zu prüfen und überlegen, denn

hart und unerbittlich ist das Schicksal.
            
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