Die Rodelpartie der fdiufppulerei
An einem Sonntag im Jänner,
Da gingen wir Rodelrenner
Hinauf auf Rickatschwendes Höhn
Um ins Nebelmeer hinab zu sehn.
Im Engel im Oberdorf waren wir gestellt
Und hatten die Spulerkameraden hinbestellt
Da stehen wir nun marschbereit,
Zu der abgemachten Zeit.
Doch die einen sind daheim geblieben
Bei ihren Männern und ihren Lieben,
Die Frömmsten erfüllten die Sonntagspflichten
Für sich zu beten und die lauen Christen.
Doch eine kam hilt leider zu spät,
Niemand mehr da, wies halt so geht.
In Gottes Namen, sie ging dann nach Haus
Und ließ daheim ihre Grillen aus.
Die Paula von Bantling, die war gar nicht dumm,
Sie wartete in Watzenegg droben herum.
Denn, daß sie es so schlau gemacht,
Das hätte ihr keines zugedacht.
So gingen wir stramm, Schritt vor Schritt
Obermeister Huber und Meister Graf gingen mit,
Hinauf zum Berg mit frohem Blick,
Denn vor der Dunkelheit kehren wir nicht zurück.
Doch es konnten nicht alle gleich gut schnaufen,
Die eine kam sogar von der Bahngass gelaufen;
Aber es herrschte bei ihnen der gute Will,
Denn ein rechter Eifer führt immer zum Ziel.
In Völkls Gastzimmer da traf man wie immer,
den Färbermeister Vetter,
Die Leute zu unterhalten, das versteht er.
Kurz und gut, der mußte dann mit,
Obwohl er in der Spulerei nicht tätig ist.
Doch zuerst ward gegessen und getrunken,
Scherze gemacht und Lieder gesungen,
Denn Sonntags kennen wir keine Pflicht.
Da fürchten wir unsere Meister nicht.
Unserm Spulenfahrer Dünser war nicht recht wohl,
Er aß zum Bier immer Biomenthol.
Er hatte die Wahl und sah hin und her,
Welche für ihn die Passendste wär.
Jetzt der Abschied, o je, die Schlitten herbei,
Hinab zum Adler mit Juchhegeschrei,
Denn schöner ists halt doch beim fahren zu sitzen,
Als wie stehend auf Schiern stürzen und schwiizen
Beim Möslacher war die zweite Rast,
Wir leerten dem Wirt beinahe ein Faß;
Aber warum sollten wir ohne was trinken warten,
Da Wein und Bier gehn ohne Karten.
Jetzt geht der zweite Aufbruch los,
Hinunter ins Tal, das ist famos.
So dunkel wars, man sah fast keinen Weg,
Aber Gott befohlen, man fährt wie der Rodel geht.
Frau Konrad als Meisterin im Rodeln geboren
Die hat sogar ihren Partner verloren.
Und machte zuletzt noch einen Sturz, o weh,
Das war kein Hochgenuß im Schnee.
Doch da sorgte ich besser dafür,
Ich nahm gleich einen Sanitätsmann mit mir,
Der bremste, daß es Funken stieb,
Sodaß der Rodel fast stehen blieb.
Jetzt will ich aber nichts mehr verralen.
Zuletzt könnte man mir in die Haare geraten.
Wir warten es lieber selber ab,
Bis es die Sonne bringt an den Tag.
Beim Engel ging nochmals los das Geschrei,
Denn aller guten Dinge sind drei.
Da hatte der Humor gar keine Grenzen,
Denn hin und wieder drehte man ein Tänzchen.
Die Zeit ging um, der Abschied rückt,
Wir hatten einander die Hände gedrückt,
Und wünschten uns jedem gute Nacht,
Ihr Daheimgebliebenen, wir habens famos gemacht.
Nun jetzt wieder an die Maschinen zu unserer Pflicht,
Und jenen Sonntag vergessen wir nicht.
Doch, wenn unsere Kameradschaft so lange anhält,
Geht der nächste Ausflug in die Frühlingswelt. Anna Luger 31