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Full text : Dreihammer. Werkzeitschrift der Betriebsgemeinschaft F. M. Hämmerle

kose; das Lösmittel, die Natronlauge, verbindet sich
mit der Schwefelsäure. Die Zellulose-Bestandteile
werden dadurch wieder frei, oder wie bet Chemiker
sagt „ausgefällt". Dieser Vorgang bildet bie Grundlage
 des Spinnprozesses. Um nun bei bet Kusfällung
bie Form eines endlosen Fadens, des Kunstseidenfadens
 zu erhalten, muß bie Viskose aus feinen
Kanälen, einer Düse, in das Fällbad ununterbrochen
eingespritzt und ber babei gebildete Zellulosefaden
aus dem Bad gezogen imb aufgespult werden. Je
nach Anzahl und Größe ber Düsenlöcher erhält man
Fäden von verschiedener Stärke unb Einzelfadenzahl.
Der gesponnene Faden kann nun auf einer Spule
aufgenommen unb in einem gesonderten Arbeitsvorgang
 gezwirnt werden, ober er wird mit dem
Zentrifugenverfahren gleich gezwirnt.

Die Zellwolle unterscheidet sich von ber Kunstfeibe

 erst von ber Spinnmaschine an. Bei ber Zellwolle
ist das an jeder Düse gewonnene Fadenbündel die[
stärker als bei ber Kunstseide unb dieses Fadenbündel
wird nicht gespult, sondern sämtliche Bündel werden
zu einem Kabel vereinigt einer Schneidevorrichtung
zugeführt, bie es in Stapel zerschneidet. Nach einem
Waschprozeß unb einer Auflockerung wird bie Zellwolle
 als Flocke, wie bie Baumwolle, zur weiteren
Verarbeitung versandt.

Durch biefe Abhandlung soll unseren Lesern das
Wesentliche an Wissen über unfere deutschen Runstfaferftoffe
 in möglichst verständlicher Form vermittelt
werden. Gerade in ber Gegenwart können wir ermessen,
 von welcher Bedeutung bie Erringung ber
wirtschaftlichen Unabhängigkeit Deutschlands auf dem
Tertilgebiet ift.

Vorsicht kostet nichts Ein Unfall oft alles!

Gartenbau und Feldarbeit

Der Frühling zieht wieder in unfere Lande unb
mit ihm beginnt bie Arbeit in Garten unb Feld. Es
gibt nichts schöneres als nach Feierabend einige Zeit
an frischer Luft Feldarbeit zu verrichten, benn man
freut sich ja immer, wenn alles grünt unb blüht, wenn
bie Pflanzen unb Früchte wachsen. Gar mancher
dürfte aus bem Winterschlaf erwachen unb mehr
Pflichtbewusztsein an ben Tag legen in bet heutigen
schweren Zeit. Es gibt wohl viel Arbeit, aber im
Herbst bleibt ber Lohn auch nicht aus. Man hört
fo verschiedene reden vom „nicht rentieren," ober ber
weite Weg, ober dies unb das, aber nebenbei wirb
immer gejammert: das Gemüse ift teuer ober rar. Ja
es kommt vor, daß in oielen Familien ben ganzen
Sommer hindurch gespart wird mit Gemüse, weil
man sichs nicht leisten kann. Drum frisch gewagt,
nehmt Hacke unb Rechen zur Hand, denn fo ein
Äckerchen macht Freude. Es ift auch ein stilles Vergnügen,
 wenn man mit vollgepackten Gemüsetaschen
nach Hause geht unb bie Blicke anderer auffängt. Es
ift auch beftimmt keine Schande, wenn fo ein Mädel
mit Mist ober bem Jauchewagen durch bie Stabt
fährt, benn Gauleiter Bürkel sagte, wer sich seiner

Arbeit schämt, gehört nicht zu uns. Man soll bie
Feldarbeit mit Liebe unb Sorgfalt betreiben, benn
jebe Frucht ober Pflanze braucht Pflege. Wenn das
Unkraut bald alles überwuchert, kann nichts gedeihen
unb bie Angrenzer werben auch in Mitleidenschaft
gezogen. Ruch kann man nicht immer auf gute Ernte
hoffen, wenn mit ben Düngemitteln gefpart wirb.
Wenn man Tüh unb Arbeit nicht scheut, wirb bet
Lohn nicht ausbleiben. Im Herbst ift man bann
manchem oft neidisch, wenn er mit vollgepacktem Wagen
heimkehrt; brum versucht es auch Ihr, bebaut einen
Acker, freut Euch an bem Gedeihen unb Wachsen
ber selbst gepflanzten Frucht unb es wirb im Winter
einen vollen Topf geben in Eurer Küche. Um letzten
Herbst würben von unferem Betriebsführer schöne
Preise für Blumenschmuck unb Gartenbau ausgegeben.
Es war Dielen möglich, Wolfs Gartengeräte anzuschaffen,
 bie große Erleichterung unb Zeitersparnisse
verschaffen. Drum zeigt auch Ihr Freude an ber
Feldarbeit, ben ein Sprichwort heist:

„Wer sät. der erntet!"

Lgathe Kmann 44
            
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