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Full text: Dreihammer. Werkzeitschrift der Betriebsgemeinschaft F. M. Hämmerle

bent Geschwindigkeit. Nicht zuletzt läßt auch manch- 
al der Zustand der Fahrräder zu wünschen übrig. 
häufig wird auch gegen die polizeilichen Vorschriften 
erstoszen: falsches Vorfahren, Abbiegen von der 
Fahrbahn ohne Zeichen zu geben und zu wenig 
Horsicht beim Durchfahren von Rurven. 
Bemerkenswert ist die Zahl der durch Fallen 
über Gegenstände, Stürzen und Stolpern verursachten 
Unfälle. Hiebei ist vielfach Unachtsamkeit beim Gehen 
oder übertriebene Eile und Übermut die Ursache. 
Einige Gefolgschaftsmitglieder erlitten auch Un- 
fälle durch zu schlechte Verständigung beim Inbetrieb- 
setzen oder Nusschalten non Maschinen, sowie beim 
Butzen von in Gang befindlichen Teilen. Muß eine 
Maschine, an der mehrere Arbeiter beschäftigt sind, 
aus irgend einem Grunde stillgesetzt werden, so ist 
es äußerst wichtig, alle Arbeiter, die damit zu tun 
haben, genau zu unterrichten, und dafür Sorge zu 
tragen, daß nicht ein Unbefugter die Maschine wieder 
in Gang setzen kann. Ebenso muß Vorsorge getroffen 
werden, daß die Maschine während der Instand- 
setzung nicht durch Auftopen an das Schaltgestänge 
oder den Schalthebel in Gang gesetzt werden kann. 
Vor dem Wiederanlaufenlassen muß sich der den 
Schalter bedienende Arbeiter genau überzeugen, daß 
die Reparatur oder Putzarbeit beendet ift und etwa 
benützte Werkzeuge und Vorrichtungen von der 
Maschine entfernt mürben. 
Durch Unvorsichtigkeit beim Arbeiten mit 
Werkzeugen, Leitern, an Apparaten und Maschinen 
sind einige Unfälle vorgekommen, deren Folgen zwar 
gering, mitunter aber schwer fein können. 
Werkzeuge sind immer gut instand zu halten 
und in richtiger Weise zu verwenden. Ost zur Ver- 
richtung einer Arbeit eine Leiter notwendig, fo ift 
zu beachten, daß biefe einwandfrei ift und so ange- 
lehnt wird, daß fie nicht rutschen kann. Von der 
Leiter aus darf nicht versucht werden, durch weites 
Ruslangen mit dem Körper und den Händen ent- 
fernte Gegenstände zu erreichen. Tan scheue nicht 
die kleine llühe, bie Leiter zu versetzen. 
Wenn jemand feinem ArbeitSkameraben etwas 
zu Jagen hat, ober sonst auf bie Seite sieht, fo 
arbeite man nicht blind an ber laufenden Maschine 
herum, damit sich bie Finger oerfangen können. 
Durch Nichtbeachten anscheinend geringfügiger 
Verletzungen mürben einige Kameraden mehrere Tage, 
ja sogar Wochen, arbeitsunfähig. 
Es lasse sich daher jeder Krbeitskamerad, ber 
sich bei ber Arbeit irgend eine Verletzung zuzieht, 
auch wenn fie anfänglich unbedeutend er fcheint, ver- 
binden. Achtet babei nicht auf den manchmal laut 
werdenden Spott Unwissender unb Grosztuer, denn 
Vorsicht ift keine Feigheit unb Leichtsinn kein Tut. 
Durch einen Unfall, hervorgerufen burch Spie- 
lerei ober Neckerei, mürbe ein Gefolgschaftsmitglied 
längere Zeit arbeitsunfähig. Auch jüngere Gefolg- 
schaftsmitglieder erlitten verschiedene Verletzungen 
burch unvorsichtiges Hantieren mit Messern u. bergl. 
Um bie Zahl ber Unfälle herabzuseten, möchte 
ich die Gefolgschaftsmitglieder besonders ersuchen, 
nötig werdende Reparaturen an Transportmitteln, 
Fuszböden, Leitern, Stiegen, Maschinen usw., bie sich 
in ihrem Arbeitsbereich befinden, früh genug ihrem 
Meister zu melden, damit für Abhilfe geforgt 
werden kann. 
Ebenso ift es notwendig, Beschädigungen an 
Maschinen, Einrichtungen unb Gebäuden, bie ent- 
standen sind, wenn fie auch niemanden verletzen, 
anzuzeigen, bamit durch baldige Behebung des 
Schadens nicht andere Rameraden gefährdet werben 
unb bie Erzeugung nicht gehemmt wird. 
Einen besonderen Appell möchte ich noch an 
jugendliche Arbeiter richten, durch bereu Übermut 
und Leichtsinn Werkzeuge ober Einrichtungen zus 
grunde gingen, ober Schaben erlitten haben. 
Bedenket, daß die Einrichtungen mit 
denen Ihr arbeitet, vielfach dazu da sind. 
Euch bie Arbeit zu erleichtern! 
Geht daher banüt fo um, als ob eS Euer 
Eigentum wäre unb wisset, daß dieselbe Einrichtung 
auch Eurem Kameraden bie Arbeit erleichtern soll, 
eine Beschädigung dagegen ihn unb Dich nur 
gefährdet. 
Leider ist im Unfallverzeichnis beS vergangenen 
Jahres auch ein solcher barunter mit tötlichem 
Ausgang. Gerade dieser Arbeitskamerab, her diesem 
bedauernswerten unglücklichen Zufall zum Opfer 
fiel, soll uns immer ein stiller unb ernster Mahner 
fein, das Gebot ber Vorsicht zu beachten. 
Der Arbeitsschutzwalter: Oskar Diem. 
Acbeitshamerad sorge dafür, 
daß Dir Kein Unfall Feierabend 
gebietet ! 121
	        
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