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Full text : Dreihammer. Werkzeitschrift der Betriebsgemeinschaft F. M. Hämmerle

Geuß aus dem Selde

Von Arbeitskamerad Josef Amann, dzt. im Felde

Fern der Heimat in stiller Macht
Steh ich so einsam auf der Wacht;
Und über mir leuchtet das Himmelszelt
Die Sternlein fie blinken so klar und hell.
Oleine Gedanken fie ziehen ins Heimatland
Zu allen, die ich geliebt gekannt.

Ja der Heimat gilt mein Sehnen
Und ich denke oft zurück
An mein Cändle, feine Berge —
Heimatzauber, Heimatglück.
O, könnt ich all dies wiederiehen
Und an meinem Arbeitsplate stehen.

Doch wenn die Frühlingslüfte wehen
Werden wir im Kampfe stehen.
Fern der Heimat, Tag und Macht,
Stehen mir für Euch auf Wacht.
Denn Englands feige Schergen
Wollen wir auf ewig verderben.

Wenn der Frühling bann durchs Ländle zieht
Die Berge in ber Abendsonne erglühn.
Dann denkt an bie Kameraden bie draußen stehn —
Den Frühlingszauber ber Heimat nicht sehn.
Die kämpfen und streiten für Heimat und Recht
Und hoffen und glauben an ein Wiedersehn.

Wir hadern unb bangen nicht
Nehmen was das Schicksal uns bestimmt.
Einmal wird bie Friedensfahne wehn
In ber Heimat gibts ein Wiedersehn.
Dies ift unser Trost zu jeder Zeit
Für unseren Führer sind wir stets bereit.

Alle helfen mit!

Laß den Klatsch den alten Tanten!
Sei fein Feind, wo Du ihn hörst!

Das Wort „Kameraden" hat vielfach einen so
alltäglichen klang bekommen, daß wir uns dabei
gar nichts besonderes mehr denken. Eine Anrede
aber, bie wir untereinander gebrauchen, barf kein
leeres Wort fein, sondern muß einen lebendigen Inhalt
 haben. Unb bas Wort Kamerad bedeutet ursprünglic
 „Rammergenosse", „Stubengenosse". Die
Solbaten, bie in ber Raserne auf einer Stube zusammenlagen,
 waren Kameraden. Unb heute sind wir
nicht nur in ber Stube zu Haus Kameraden, fonbern
bas ganze Volk während ber Arbeit ift eine große
unmittelbare, zusammengehörige Gemeinschaft, bie sich
untereinander als Kamerad bezeichnet. Wir Arbeits-Kameraden
 stehen uns einander so nahe, als wenn
wir ununterbrochen unter einem Dache, ja in ben
gleichen 4 Wänden wie Geschwister in einer Familie
zusammenlebten. So groß muß das Gemeinichaftsgefühl
 unter uns fein, wenn wir uns hier bei ber
Arbeit Kameraden nennen. Diefe Kameradschaft, biefe
Gemeinschaft, biefe offenherzige Zusammengehörigkeit
unb Vertraulichkeit untereinander verpflichtet aber!
Verpflichtet jur Wahrheit untereinanber, zur gegenseitigen
 Achtung unb Wertschätzung, zu einer ehrlichen

unb aufrichtigen Gesinnung. Das, meine Kameraden,
muß eine Selbstverständlichkeit unter uns fein unb
daraus müffen wir alle Ronsequenzen ziehen. An
erfier Stelle steht also bie Forderung nach Wahrheit
untereinanber, b. h. jebe Lüge über ben Kameraden,
ja jebe Klatscherei schon verneint bie Kameradschaft
unb verkehrt fie ins Gegenteil.

Und ba ich gerabe in Bezug auf Klatschereien
schon sehr betrübliche Erfahrungen machen mußte,
barf ich Euch heute einmal ganz offen meine Meinung
sagen, baß klatsch niemals in einen Betrieb hineingehört,
 unb baß Uhr ben Klatsch ben alten Tanten
überlassen sollt. „Laß ben Klatsch ben alten Tanten,
fei fein Feind, wo Du ihn hörst!"

Wir haben, weiß Gott, alle miteinander Besseres
zu tun, als Klatschereien in Umlauf zu setzen. Uc
bin nicht gewillt, mir burch Waschweiber — männliche
unb weibliche — Unfrieben in ben Betrieb hineintragen
zu lassen. Ich werbe es nicht zulassen, baß durch
eine solche Sünbe gegen bie Kameradschaft meine
Gefolgschaft sich in Gruppen unb Cliquen aufteilt
unb schlieszlich Abteilung gegen Abteilung hetzt, unb 36
            
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